Jean Eustache – Filme im August und September
Kaum ein Werk der französischen Filmgeschichte ist so schmal und zugleich so gewichtig wie das von Jean Eustache (1938–1981). Zwischen Nouvelle Vague und deren Erschöpfung stehend, schuf er ein Kino von radikaler Aufrichtigkeit – Filme, die vom Sprechen, Begehren und Scheitern erzählen, ohne je die Zuflucht der Beschönigung zu suchen.
Barrierearm, klimatisiert und stillfreundlich
Die Filme von Jean Eustache – Kinemathek Karlsruhe
im Kino
Originalfassung mit deutschen Untertiteln | (e) engl. UT
Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
Saal Veranstaltung im Saal | Box Veranstaltung in der Box | Foyer Veranstaltung im Foyer | Unterwegs Open Air & andere Orte
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Im August zeigen wir seine beiden langen Spielfilme: La Maman et la Putain (1973), sein monumentales Hauptwerk über eine Ménage-à-trois im Paris nach 1968 – dreieinhalb Stunden Reden als Überlebensform, jahrzehntelang kaum zu sehen und heute restauriert wieder auf der Leinwand. Und Mes petites amoureuses (1974), sein autobiografisch grundiertes Porträt einer Jugend in der französischen Provinz, von zärtlicher Genauigkeit und stiller Grausamkeit zugleich.
Im September setzen wir die Reihe mit drei Kurzfilmen fort: Du côté de Robinson (1964), Eustaches frühes Porträt zweier junger Männer beim Streifzug durch die Pariser Vorstadt, Le Père Noël a les yeux bleus (1966), mit Jean-Pierre Léaud als Jugendlichem, der sich im winterlichen Narbonne als Weihnachtsmann verdingt, und Une sale histoire (1977), sein verstörend-doppelbödiges Spätwerk, das dieselbe obszöne Beichte zweimal erzählt – einmal dokumentarisch, einmal inszeniert – und dabei die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion zum Flirren bringt.