Antifaschismus als Minimalkonsens


Antifaschismus im Wortsinne darf keineswegs als Aufgabe nur für radikale Vollzeit-Aktivist*innen verstanden werden. Im Gegenteil: Jede*r in Deutschland lebende*r Demokrat*in ist zum Handeln aufgefordert, wenn Rechtsradikale die Grundlagen unserer offenen und vielfältigen Gesellschaft in Frage stellen, gegen bestimmte Menschengruppen hetzen oder gar Menschen an Leib und Leben bedrohen –

das ist die Kernthese der Konferenz. Den »Antifaschismus wieder als kleinsten gemeinsamen Nenner (zu) betrachten«, wie es Ferda Ataman im Sommer 2019 auf Spiegel Online forderte, »ist die Herausforderung, der sich alle Demokrat*innen stellen müssen«. Eine aufgeklärte, demokratisch verfasste und dezidiert antifaschistische gemeinsam gewollte Gesamtkonzeption muss das Ziel sein.

Im Rahmen einer ganztägigen Konferenz im Badischen Staatstheater Karlsruhe soll aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen berichtet werden, inwiefern die Konfrontation mit rechtsextremen Thesen und Diskursen dort zum Alltag gehört und wie damit umgegangen wird.

So sind Journalist*innen regionaler, überregionaler und internationaler Medien eingeladen, um zu diskutieren, ob ein solcher antifaschistischer Minimalkonsens Teil ihrer Arbeit ist bzw. sein kann, wie mit rechtsextremen Kampagnen in Kommentarspalten und über Social Media-Kanäle umzugehen ist und wo Medien in den letzten 70 Jahren blinde Flecke mit Blick auf rechte Strukturen entwickelt haben und inwiefern diese bis heute existieren.

Auf einem weiteren Panel sollen international renommierte Künstler*innen und Kurator*innen zu Wort kommen, um über die Möglichkeiten, Limitierungen und gegenwärtigen Diskurse zu sprechen, mit denen sie in ihrer Arbeit zu tun haben, wenn es um die künstlerisch-ästhetische Auseinandersetzung mit Rassismus, Nationalismus, Rechtsterrorismus etc. geht.

Und schließlich wird es sich um die Möglichkeiten, Angebote, Strategien und Optionen für einen gelebten Antifaschismus im Alltag drehen: Wie kann sich jede*r gegen rechte Netzwerke engagieren, wie ist es möglich, rechten Aussagen entgegenzutreten –

vom rechten Spruch auf der Familienfeier über rassistische, homophobe oder misogyne Strukturen am Arbeitsplatz bis zu rechter Propaganda in der eigenen Straße, Schule oder Stammkneipe? Hierzu sind Aktivist*innen und Netzwerke aus der Region sowie Unterstützer*innen solcher Aktivitäten eingeladen, um ihre Arbeit vorzustellen und konkrete Handlungsoptionen für alle aufzuzeigen.

 

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