Drifters

Ist das noch Bohème oder schon Generation X? Ist die Ziellosigkeit der Protagonist*innen der Filmreihe Folge einer selbstbewussten Entscheidung oder eher einer generellen Lebensunfähigkeit? Ganz egal, ob in Paris, Hamburg, New York, Chongqiung, Rom oder einer fiktiven iranischen Bad City: durch alle diese Städte streifen Menschen, sind ständig in Bewegung, jedoch selten mit einem festen Ziel im Blick. Vielmehr lassen sie sich durch die Welt treiben – und wir driften mit ihnen. Erst in ihren Fußspuren entstehen die Räume für uns auf der Leinwand und verschwinden hinter uns mit jedem weiteren Schritt – flüchtige Orte, nur für einen kurzen Moment des Verweilens stabil.
Allie aus PERMANENT VACATION, Aria aus MISSVERSTANDEN und all die anderen: Sie sind Flaneure und Flaneurinnen, die die Städte durchziehen, sie dabei lesen, erfahren und zu den ihren machen. Immer ein bisschen müde, aber nie lange an einem Ort. Für sie ist tatsächlich der Weg das Ziel, auf den sie rauschhaft getrieben werden oder den sie auch lakonisch beschreiten. Ziellos mäandernd, sehnsuchtsvoll auf der Suche nach etwas Unbestimmten oder getrieben auf der Flucht vor etwas Unsichtbarem.