Abbas Kiarostami

Es ist nicht ohne Ironie, dass ausgerechnet unter dem strengen Mullah-Regime in Teheran das iranische Kino seit den 1980er Jahren künstlerischen Weltruhm erlangte. Es waren zunächst parabelhafte Geschichten, häufig mit Laiendarstellern oder Kindern, die durch ihre ebenso einfache wie poetische Bildsprache beeindruckten. Ganz wesentlich wurde dieses Kino durch das Werk des Regisseurs Abbas Kiarostami verkörpert, der Anfang Juli im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Ganz bewusst entschied er sich dafür - trotz schwieriger Arbeitsbedingungen - im Iran zu bleiben, da er ohne seine kulturellen Wurzeln nicht künstlerisch arbeiten könne. Bis auf wenige Ausnahmen entstanden seine Filme hier, auch wenn sie in seiner Heimat häufig nicht gezeigt werden durften. Spätestens seit 1989, als sein Film WO IST DAS HAUS MEINES FREUNDES? auf dem Festival von Locarno gefeiert wurde, galt er auch im Westen als einer der großen Visionäre und Philosophen des Weltkinos. In den zahlreichen Nachrufen stellte man Kiarostami in eine Reihe mit Meistern wie Kurosawa, Bergman, Antonioni oder Godard.

Wir erinnern an diesen bedeutenden Regisseur mit zwei seiner berühmtesten Filme aus den 1990er Jahren.