Genuine

Musikalische Begleitung: Sabine Zimmer, Klavier
Deutschland 1920, Robert Wiene, 35mm, ~60 Min.
Fern Andra, Hans Heinrich von Twardowski, Ernst Gronau, Harald Paulsen, John Gottowt

 

 

»Da der Autor des ›Caligari-Films‹, Carl Mayer, und sein Regisseur Robert Wiene für diese “Tragödie eines seltsamen Hauses” verantwortlich zeichneten, hatte man angenommen, daß die expressionistischen Experimente hier fortgesetzt werden sollten. Allein der Schöpfer der Dekorationen und Kostüme, Cesar Klein, hat sich in diesem Film auf einem ganz neuen Gebiet versucht, das ebenfalls malerischen Reichtum sich breit auswirken läßt, jedoch durch ein Zuviel an unruhigem Linienwerk, an bizarren Arabesken die reine schauspielerische Linie verwirrt. Auch die Vorgänge, phantastisch und grausam, tragen nicht die zwingende Notwendigkeit der ›Caligari‹-Handlung in sich. Der weibliche Vampyr dieser Zauberwelt ist Fern Andra. Bei allem guten Willen, sich vom Klischee freizumachen, gelingt es ihr nicht, den dämonischen Gehalt der Rolle zu versinnlichen. Dagegen überraschen H. H. v. Twardowsky als ekstatischer Jüngling und Ernst Gronau als der irrsinnige Besitzer des Spukhauses durch seinen Instinkt für stilsichere Wirkung. Immerhin ist das Werk als neuer Versuch, den Film aus der Sphäre des Alltäglichen zu retten, beachtenswert.«

 

(ct, Vossische Zeitung, 4.9.1920)

 

BILDLEGENDE: © Deutsche Kinemathek

 

 

 

Spielzeiten

Fr, 07. Februar
16:00