TEMBLORES

FRANKREICH/GUATEMALA/LUXEMBURG 2019, JAYRO BUSTAMANTE, 107 Min.
SPANISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

 

Vier Kruzifixe hängen an der Wohnzimmerwand. So haben hier alle stets vor Augen, dass der Glaube in diesem wohlhabenden Haus am Rande von Guatemala City über allem steht. Als bekannt wird, dass der jüngste Sohn und zweifache Vater Pablo eine Beziehung zu einem Mann hat, reagiert der Rest der Familie geschockt, ablehnend und verständnislos.

Pablo ist das erstmal egal, er zieht bei seinem Liebhaber, dem deutlich ärmeren, lebenslustigen Francisco ein. Doch als er seine Arbeit verliert und seine Frau ihm dann auch noch den Umgang mit seinen Kindern verbietet, dämmert ihm, dass er sich auf einen schweren Pfad begeben hat.

Seine Familie versucht mit allen Mitteln und unerbittlicher Härte, ihr sündiges Mitglied wieder auf Kurs zu bringen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Pastorin zu, in deren Gottesdienst mit erhobenen Armen gebetet und per Kreditkarte gespendet wird. Sie hat auch einen Umerziehungslehrgang für Schwule im Angebot. Pablo wird gedrängt, daran teilzunehmen – ein menschenverachtender Trip.

 

TEMBLORES – der Titel bezieht sich auf zwei kleine Erdbeben im Film sowie auf die Erschütterung von Pablos Leben – steht für das jüngst auffällig gestiegene Interesse des lateinamerikanischen Kinos an queeren Themen. Bustamante schlägt dabei einen extrem hoffnungslosen Ton an, was angesichts der Homofeindlichkeit von Pablos Umgebung und seines Selbsthasses jedoch durchaus angemessen erscheint.

 

Empfehlung Christian:

Die Erschütterungen gehen direkt in Mark und Bein. Man kann zuschauen und mitfiebern, wohin Fanatismus und  Fundamentalismus führen.