Der Boden unter den Füßen

Preis: Outfest Los Angeles 2019, Bester Internationaler Spielfilm
Österreich 2019, Marie Kreutzer, 108 Min.
Trigger Warnung: Selbstmordversuch

 

 

Es ist ein eng getaktetes, hocheffizientes Leben mit langen Bürotagen, teuren Restaurantbesuchen und kurzen Nächten in anonymen Hotelzimmern, das Lola führt. Ein Leben, in dem kein Platz ist für Vergangenheit und Privates. Selbst die Liebesbeziehung zu ihrer Chefin Elise hält sie geheim, um ihrer Karriere als Unternehmensberaterin nicht zu schaden.
Dann passiert das Unvorstellbare: Lola verliert den Boden unter den Füßen! Mit dem Anruf aus der Psychiatrie und der Nachricht des knapp überlebten Suizidversuchs ihrer älteren Schwester Conny, die seit vielen Jahren an paranoider Schizophrenie leidet, tritt Lolas streng gehütetes Geheimnis mit voller Wucht in ihre Beraterinnenroutine. Lolas geordnetes Leben gerät zusehends aus den Fugen. Conny ist plötzlich allgegenwärtig und rückt durch mysteriöse Aktionen immer weiter in Lolas Bewusstsein vor, denn es passieren Dinge, die eigentlich nicht passieren können. Oder stimmt das vielleicht alles gar nicht? Sind die Geschehnisse erste Anzeichen eines Burn-outs oder ist Connys Erkrankung vielleicht Ausdruck einer genetischen Disposition, die irgendwann auch zu Lolas Schicksal wird?

Marie Kreutzer ist mit DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN ein extrem konzentriertes, zurückgenommenes und atmosphärisch dichtes Psychogramm zweier Frauen gelungen, die beide in ihrer jeweiligen Besessenheit gefangen scheinen. Völlig zurecht schaffte es Kreutzers Psychodrama bis in den Berlinale Wettbewerb 2019.

 

EMPFEHLUNG VON GRIT

Valerie Pachner glänzt mit der phantastischen Darstellung der Lola, der die routinierte Perfektion entgleitet. Die nun sichtbaren Zwischentöne sind gefühlvoll, latent unsicher und letztendlich unvermeidlich in dieser entfremdeten Welt.