Everyday Life in a Syrian Village

Al Hayatt al Yawmiyah fi Quariah souriyah
Syrien 1974, Omar Amiralay, 35mm, 94 Min Min.
Arabisch/ deutsche und französische Untertitel

 

 

Anfang der 1970er Jahre startete die regierende Baath-Partei unter Hafiz al-Assad ein umfassendes Reformprogramm, um die Lebenssituation der syrischen Landbevölkerung zu verbessern. In diesem beeindruckenden filmischen Dokument kommen nicht nur die staatlichen Gesundheitsbeamten und Polizeikräfte zu Wort, die die Reformen durchsetzen, sondern auch erstmals die Bauern selbst, die von ihnen profitieren sollten. In der Gegenüberstellung dieser Perspektiven wird ein Missverhältnis zwischen der Fremd-und der Selbstwahrnehmung der syrischen Landbevölkerung sichtbar und eine wachsende Distanz zwischen Regierung und Volk angedeutet.

 

Der „Vater des syrischen Dokumentarfilms“, Omar Amiralay, realisierte den Film gemeinsam mit dem syrischen Dramatiker Saadallah Wannous und begründete mit ihm die Schule eines sozialkritischen Dokumentarfilms, der die Frage der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt des filmischen Schaffens stellt und die syrische Gesellschaft gnadenlos seziert. Es verwundert deshalb nicht, dass die meisten Filme Amiralays bis heute in Syrien nicht gezeigt werden können und er selbst bis zu seinem Tod 2011 vornehmlich in Frankreich lebte und arbeitete.

 

Spielzeiten

Do, 29. November
19:00
Sa, 01. Dezember
17:00