Die Grenze

Al-Hudood
Syrien 1984, Duraid Lahham, Digital 99 Min.
Mit Duraid Lahham, Raghda, Rasheed Assaf; Arabisch mit dt. Untertiteln

 

Abdel Wadud ist auf dem Weg vom Fantasiestaat Eastastan ins nicht minder fiktive Westastan. Dummerweise verliert er auf der Fahrt seinen Ausweis und seinen Reisepass. Gestrandet im Niemandsland zwischen den Grenzen gelingt es dem verhinderten Reisenden nicht, die Behörden der jeweiligen Staaten von seiner Identität zu überzeugen. Es bleibt ihm letztendlich nur die Möglichkeit, sich im Grenzgebiet niederzulassen. Doch auch nachdem er dort ein Haus erichtet hat, reißen die absurden Ereignisse nicht ab. Schließlich bekommen die Medien Wind von seiner Lage und verleihen der Situation eine neue Dynamik.


Der „syrische Charlie Chaplin“, Duraid Lahham, spielte nicht nur die Hauptrolle in diesem fast vergessenen Kleinod des syrischen Kinos, sondern führte auch erstmals Regie. In der Verpackung einer klamottigen Komödie ist „Die Grenze“ jedoch kein simples Unterhaltungskino, sondern gleichzeitig ein beißender Kommentar auf die formelhaft beschworene panarabische Einheit und Satire auf die Fallstricke von Nationalstaatsdenken und Identitäten.

 

Zur Eröffnung der Reihe „Syrien, mon amour“ wird die Produzentin, Kuratorin und Autorin Irit Neidhardt (Berlin) am 22. November einen Vortrag zur Einführung ins syrische Kino halten.