Die Brandstifter: Walser, Grass, Sarrazin

Vortrag von Hannes Heer

 

 

Der Schriftsteller Martin Walser hatte sich 1998 in seiner Dankesrede für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels als Sprecher eines neuen Antisemitismus präsentiert: Der Holocaust werde zur „Dauerrepräsentation unserer Schande“, Auschwitz als „Moralkeule“ missbraucht. Das Publikum jubelte ihm zu, Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, nannte ihn einen „Brandstifter“.

Der Musterdemokrat und Nobelpreisträger Günter Grass hatte 2006 bekannt, Angehöriger der Waffen-SS gewesen zu sein, sich aber freigesprochen: Er sei zwangsweise „eingezogen“ worden, habe „nichts von Kriegsverbrechen“ gewusst und „keinen einzigen Schuss“ abgegeben. Die Legende von der „sauberen Wehrmacht“ wurde so um die der „sauberen SS“ ergänzt.

Thilo Sarrazin, Berliner Ex-Senator und Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, erklärte 2009 die Masse an „Türken, und Arabern, die keine produktive Funktion“ und einen niedrigeren IQ hätten, würde aufgrund einer „höheren Geburtenrate“ Deutschland „erobern“. Nach heftigen Protesten gegen diesen Rassismus veröffentliche er 2010 sein Buch Deutschland schafft sich ab, das zum Bestseller und zur Bibel der AfD wurde.

 

In seinem Vortrag mit Filmausschnitten spürt Hannes Heer den bürgerlichen Stichwortgebern einer neuen Rechten in Deutschland nach und macht die rhetorischen Muster dieser rassistischen und antisemitischen Brandstifter deutlich.