Die Stadt ohne Juden

Deutschland 1924, Hans Karl Breslauer

 

 

Wie der Titel schon andeutet, spielt der Film ein Modell durch, das bald darauf im 3. Reich
grauenhafte Wirklichkeit werden sollte. Im Roman des jüdischen Autors Hugo Bettauer, der dem Film als Vorlage diente, spielt die Handlung in Wien; im Film wird es eine Fantasiestadt sein, die die jüdische Bevölkerung verlassen soll. Die Ansichten prallen unversöhnlich aufeinander:

 

Wird die Vertreibung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen, oder ist der Verlust des jüdischen Teils des Volkes ein unersetzbarer Verlust? Den radikalsten Anführer der antisemitischen Partei spielt der schon damals sehr bekannte Schauspieler Hans Moser. Sein einziges Problem ist sein Hang zum Alkohol, das ihm prompt zum Verhängnis wird, dem Film aber ein Happy-End beschert.


Bis vor wenigen Jahren war nur eine unvollständige sw-Kopie bekannt. Dann wurde in Paris eine sehr schön kolorierte Kopie entdeckt, die vom Filmarchiv Austria restauriert wurde und jetzt vom Stummfilmfestival Karlsruhe präsentiert werden kann.