Vernissage der Ausstellung

 

An Inverted System to Feel (your shared agenda)

Marie-Eve Levasseur, Deutschland 2016, Videoinstallation, 7 Min., Englisch

 

Die Arbeit untersucht eine hypothetische, futuristische Situation, in der die menschliche Haut zum Inhaltsträger bzw. zum (taktilen) Bildschirm wird. In dieser nahen Zukunft dient das Tätowieren von leuchtfähigen Nanopartikeln zur Visualisierung von Daten. Hierbei kann man die Hautfarbe temporär verändern, je nach emotionalem Zustand. Die Verschmelzung der biologischen Hautoberfläche mit der eines technologischen Apparats hat eine Verlagerung der Inhalte zur Folge. Bedeutet dies, dass emotionale und informative Inhalte besser vor Hacking geschützt werden können?

 

Cool for You

Vika Kirchenbauer, Deutschland 2016/2017/2018, 3-Kanal Videoinstallation, 7:25 Minuten

 

Die Idee der Transparenz ist in fast alle Bereiche des Lebens eingedrungen und eine Trennung von Bild und Realität bereits Teil unserer alltäglichen Wahrnehmung geworden. „Wissen über den/die Andere/n – oder ‚Intelligenz’ über den/die Andere/n – das ist die Währung, in der Liebes- und Kriegsökonomien operieren“, so die Künstlerin Vika Kirchenbauer. Sie ist daran interessiert, mit Technologien zu arbeiten, die mehr registrieren als das, was das menschliche Auge erfassen kann. In den Videoarbeiten der Cool for You-Serie verfolgen militärische Infrarotkameras Körper und Gesichter in intimen Situationen. Kirchenbauer nutzt diese technologischen Mittel, um Intimität und körperliche Beziehungen sowie den privilegierten, voyeuristischen Blick des Betrachters zu diskutieren.

 

Folgende Videos werden gezeigt:

  • She Whose Blood Is Clotting in My Underwear – 3:24 Min., 2016
  • Mood Management – 1:53 Min., 2017
  • Shame/HumilitationU – 2:08Min., 2018

 

Cement x

Lene Vollhardt, Luce deLire, 2017, Deutschland, Videoinstallation, 10 Minuten, Englisch

mit Luce deLire

 

Eine Frau übt eine Ansprache vor einem Spiegel. Sie ist eine zukünftige Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika und bereitet Ihren Amtsantritt vor. Ein Amerika der Zukunft wird sichtbar, in dem Emotionen und Wassermoleküle als Waren gehandelt werden.

Cement x ist eine trans-futuristische, dystopische Sehnsucht. Das temporäre Reservoir ideologischer Hoffnung mit dem verleugneten Verlangen nach sanfter Unterdrückung. Die derzeitigen Allianzen und Übergänge zwischen selbsternannten Neomarxisten und identitären Alternativen sind die Vorlage der Installation Cement x, welche die Fallhöhen und Verführungskraft zwischen ‚Self-Care’ und Faschismus aufzeigt.“ (Lene Vollhardt)