Shadow Dancer

Irland/GroƟbritannien 2012, James Marsh
Digital, 100 Min., dt. Untertitel, mit Clive Owen, Andrea Riseborough, Gillian Anderson.

 

 

Belfast zu Beginn der 1990er Jahre. Hier lebt Collette McVeigh mit ihrem kleinen Sohn und ist, wie fast die gesamte Familie, Mitglied der IRA. Beim Versuch in der Londoner U-Bahn eine Bombe zu deponieren, wird sie vom britischen Geheimdienst gefasst. Der MI5-Offizier Mac schlägt ihr einen Deal vor: entweder spioniert sie ihre Freunde und Familie aus und sichert sich so eine Zukunft mit ihrem Sohn, oder es drohen 25 Jahre Haft. Aus Sorge um ihren Jungen willigt sie zögerlich ein, als Maulwurf für den Geheimdienst zu arbeiten. Damit beginnt für Collette ein lebensgefährliches Spiel, denn sie muss nicht nur Verrat üben, sondern auch verhindern, von den eigenen IRA-Leuten entdeckt und getötet zu werden. James Marsh ist mit SHADOW DANCER ein meisterhafter Psycho-Thriller gelungen, der den Nordirland-Konflikt aus der Perspektive einer Frau erzählt. Ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Collette, ihrer Familie, der IRA, dem Agenten Mac und dessen Chefin und deren Machtkämpfe innerhalb des Geheimdienstes. Im Wettbewerb der Berlinale 2012 konnte der Film zum Bedauern vieler Kritiker nur Außer Konkurrenz gezeigt werden, da er seine Weltpremiere zuvor bereits auf dem Sundance-Festival hatte. Mit IM NAMEN DES VATERS von Jim Sheridan und BLOODY SUNDAY von Paul Greengrass hatten in der Vergangenheit bereits zweimal Filme zum Thema IRA den Goldenen Bären gewonnen.