Mein Vietnam

Hien Mai/Tim Ellrich

Deutschland
70
Minuten
Vietnamesisch
Deutsch
Untertitel

Drei Jahrzehnte fern der Heimat, drei Jahrzehnte fern der Familie und drei Jahrzehnte, in denen die eigenen Kinder in einem Land groß werden, das einem selbst fremd ist und dessen Sprache man nur bedingt versteht und spricht. Das ist die Realität des vietnamesischen Ehepaares Bay und Tam das als Putzkräfte sein Geld in Deutschland verdient. In „Mein Vietnam“ von Hien Mai und Tim Ellrich bekommen wir einen Einblick in den Alltag des Ehepaares, der geprägt ist von der Arbeit in menschenleeren Büros und Skype-Gesprächen mit der Heimat. Seien es die Reparaturmaßnahmen nach einer Unwetterkatastrophe, die Beerdigung von Familienangehörigen oder das gemeinsame Karaokesingen mit anderen Exilvietnamesen, die über die ganze Welt verstreut leben – die Technik macht es möglich teilzuhaben, so irgendwie. Daneben ist es der Blick der Regisseurin auf ihre eigene Familie, denn der Film handelt von Hien Mais Eltern, die vor 30 Jahren als Boat-People nach Deutschland kamen, und von der Frage, was Heimat sein kann.
Von Carmen Beckenbach (aus DokKA 8)
Der Film wurde beim diesjährigen dokKa-Festival mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet