Termine:
Beim MaschenKino kannst Du nach Herzenslust stricken oder häkeln, während im Hintergrund ein Film läuft. Das Licht im Kino ist gedimmt, sodass die Maschen noch gut zu sehen sind.
Schnapp dir deine Nadeln, dein Garn und deine Freundinnen und Freunde – hier treffen sich Handarbeitsfans für gemütliche Stunden mit Kino-Flair in der Kinemathek.
Als Nachtclubsängerin Deloris Van Cartier (Whoopi Goldberg auf dem Zenit ihres Entertainer-Könnens) zufällig Zeugin eines Mordes wird, muss sie Hals über Kopf aus der Las-Vegas-Glamourzone in die kirchliche Schutzhaft: ein abgehalftertes Kloster, dessen Nonnenchöre eher nach Kaffeekränzchen als nach göttlicher Strahlkraft klingen. Doch Deloris bringt Schwung, Soul und R’n’B in die liturgisch angestaubte Bude – und plötzlich haben die Schwestern Groove, die Messen Besucherrekorde und der Vatikan ein ganz neues Problem: Religion mit Rhythmus
„Sister Act“ ist die Sorte Film, die in den frühen 90ern den Begriff Feel-Good-Movie quasi in Leuchtschrift an die Leinwand hämmerte. Regisseur Emile Ardolino (der schon für „Dirty Dancing“ das Lebensgefühl einer halben Studentengeneration in Tanzschrittfolgen umwandelte) legt ein Nonnenmärchen hin, das Broadway-Zauber, ungebremste Chuzpe und das diabolisch Gute-Laune-Potential von Whoopi Goldberg verbindet. Nebenbei entstehen ein paar der schönsten Nonnenmusiknummern der Filmgeschichte – ein poppig-explosiver „Oh Happy Day“-Moment jagt den nächsten, und selbst eingefleischte Zyniker erwischen sich irgendwann beim Kopfmitwippen.
Dass die Handlung eigentlich eine klassische Screwball-Verwechslung in Gospel-Outfit ist, merkt man nicht, weil der Film so charismatisch dahertrampelt wie Goldberg selbst. „Sister Act“ ist kein stilles Gebet, sondern eine laute, lachende Halleluja-Granate aus einer Zeit, als Komödien noch kollektiv das Kino zum Mitsummen brachten.

