Seit November 2023 widmet sich das Programm Masel Talk einmal im Monat der Vielfalt jüdischer Kultur im Film. Gezeigt werden sowohl aktuelle Produktionen aus Israel als auch internationale Werke, die jüdische Themen, Geschichte und Gegenwart ins Zentrum stellen. Ziel der Reihe ist es, neue filmische Perspektiven zu eröffnen, die Auseinandersetzung mit Religion, Identität und Erinnerung zu fördern und einen Raum für Diskussionen zu schaffen.
Zum zweiten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober 2023 findet im Rahmen von Masel Talk ein besonderes zweitägiges Programm in der Kinemathek statt, das Erinnerung, Aufklärung und Diskurs miteinander verbindet.
- 10. Oktober 2025: Lesung aus „Judenhass im Kunstbetrieb. Reaktionen nach dem 7. Oktober 2023“ von Matthias Naumann, anschließend Gespräch. Moderation und Gespräch Johannes Wenzel
- 11. Oktober 2025: Vorführung des Films Of Dogs and Men mit anschließender Diskussion und einem Zoomgespräch mit Regisseur Dani Rosenberg.

Matthias Naumann ist Autor, Übersetzer und Verleger. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main, Tel Aviv und Paris, seitdem zahlreiche Theatertexte und -arbeiten, u.a. mit manche(r)art (seit 2002 mit Eva Holling) und Futur II Konjunktiv (seit 2014 mit Johannes Wenzel). 2006–2008 mit Stefanie Plappert wissenschaftliche Leitung der Erstellung des Wollheim Memorials, Frankfurt am Main, dabei Umsetzung eines Interviewprojekts mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz. 2011 Gründung und seitdem Leitung des Neofelis Verlag, Berlin.
Johannes Wenzel ist Regisseur. 1997–2003 Studium der Philosophie, Germanistik und arts du spectacle in Heidelberg und Montpellier. Seit 2007 als Regisseur u.a. tätig am Staatstheater Augsburg, HAU (Berlin), Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Karlsruhe, Schauspiel Köln, Staatstheater Braunschweig, Theater Trier, WDR und Ringlokschuppen Ruhr.www.johanneswenzel.de
Das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 hat zu einem erschreckenden Aufflammen des Antisemitismus in einem globalen Maßstab geführt, so auch in Deutschland. Dabei tritt dieser insbesondere in sich als progressiv, links und weltoffen verstehenden Milieus des Kunst- und Kulturbetriebs sowie an den Universitäten städtischer Metropolen lautstark in Erscheinung. Bereits zuvor bestehende Spaltungen wurden vertieft oder taten sich neu auf, so dass der Kunst- und Kulturbetrieb seit dem 7. Oktober unheilbar zerrissen wirkt. Während die Relevanz einer künstlerischen Äußerung häufig nur noch im Verhältnis zu einer Positionierung zum Israel-Palästina-Konflikt bemessen zu werden scheint, zeigt sich in den (Nicht-)Äußerungen einzelner Künstler*innen sowie von Institutionen zugleich ein großer Mangel an Empathie bis hin zu einer Verherrlichung terroristischer Gewalt. (Neofelis Verlag)

