Termine:
Einer der unterschätztesten Western-Klassiker aller Zeiten: Sydney Pollacks „Jeremiah Johnson“ aus dem Jahr 1972 ist kein pompöses Hollywoodspektakel, sondern eine karge, ehrliche Ballade vom Überleben und Verlorensein in der amerikanischen Wildnis. Robert Redford als Jeremiah, der Trapper, der sinnbildlich für das letzte Aufbäumen einer schwindenden Welt steht, ist hier kein Held aus dem Comicbuch, sondern ein Mann, der sich mit Fäusten, List und unbändigem Willen gegen die Natur und die Menschen um ihn herum behauptet.
Wunderschön fotografiert, mit rauen, authentischen Bildern und einer Erzählweise, die sich Zeit lässt. Man spürt den Wind, das Knacken der Feuerstelle, den kalten Hauch der Berge. Die Geschichte von Johnson, der sich widerwillig in eine Welt von Stammesfehden, bitteren Rivalitäten und familiären Schicksalsschlägen einmischt, wird nie kitschig oder verkitscht, sondern zeigt – auch mit Humor – die brutale Realität der Grenzregion im 19. Jahrhundert.

