


Drei Generationen von Frauen setzen sich mit dem Erbe ihrer Familie aus der Zeit des Holocaust, deren Verstrickung in das NS-Regime und ihrem Widerstand auseinander.
„IT HAPPENED ON OUR GROUND“ ist eine einfühlsame Auseinandersetzung mit Schuld, Erinnerung und der Kraft, die zur Heilung nötig ist.
Auf einem friedlichen, traumhaft schönen Landsitz in Süddeutschland leben drei Generationen von Frauen mit der stillen Last einer schmerzhaften Vergangenheit. In „It Happened on Our Ground“ bringt Regisseur Avner Faingulernt das außergewöhnliche Leben von Wendelgard von Staden – Wendi – auf die Leinwand: eine Frau, die in ihren letzten Lebensjahren immer noch mit dem langen Schatten ringt, den die Nähe ihrer Familie zur NS-Macht und die Gräueltaten des Holocaust auf sie werfen. Wendi ist keine gewöhnliche Zeitzeugin. Sie ist die Nichte von Hitlers erstem Außenminister, Konstantin von Neurath, und verbrachte ihre Teenagerjahre während des Zweiten Weltkriegs auf dem Anwesen ihrer Eltern in Kleinglattbach, wo Land beschlagnahmt und in das KZ Wiesengrund umgewandelt wurde, ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Ihre Mutter, Irmgard von Neurath, widersetzte sich der moralischen Abstumpfung ihrer Klasse und ihrer Zeit und versuchte, den Gefangenen selbst unter den stets wachsamen Augen der SS zu helfen. Wendi, damals noch ein Teenager, war eine widerwillige Zeugin.
Ihre Memoiren „Nacht über dem Tal“ bildeten die Grundlage für diese eindringliche filmische Reflexion über Erinnerung, Schweigen und Mitschuld. Doch Faingulerns Film ist mehr als ein historisches Porträt – er ist eine Meditation über generationenübergreifendes Trauma und das Schweigen, das sich nach dem Krieg über viele deutsche Familien legte. Der Film begleitet Wendi, ihre Tochter Inga und ihre Enkelin Gina über mehrere Jahre hinweg und lädt die Zuschauer zu einer Reihe intimer, oft schmerzhafter Gespräche ein. Was haben die Kinder des Krieges miterlebt? Was haben sie tief in sich vergraben?

