HolySpiderFilmstill
  • Vorpremiere

Holy Spider

Kinemathek ist am 3.12. geschlossen.
Ali Abbasi, DK/D/D/F 2022; 119′ OmU
Sahra Amir Ebrahimi, Mehdi Bajestani, Mesbah Taleb

Termine

3.12. Samstag 17:30

FRAU, LEBEN, FREIHEIT!

Findet im Tollhaus statt!

Am 3.12. ab 16.30 im Tollhaus. Die Kinemathek bleibt an diesem Abend geschlossen!

Die Ermordung der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini am 13. September 2022 durch staatliche Sicherheitskräfte hat im Iran landesweite Proteste ausgelöst, die von Streiks in der Erdöl- und Gasindustrie, an Schulen, Universitäten und in anderen Bereichen begleitet werden. Die seit mehreren Wochen andauernde feministische Revolution im Iran markiert einen Höhepunkt eines jahrzehntelangen Kampfes gegen das diktatorische Regime des Landes, das mithilfe seines Sicherheitsapparats Zivilistinnen, insbesondere Frauen und Kinder, sowie geschlechtliche und ethnische Minderheiten wie Kurden und Belutschen brutal und systematisch unterdrückt. Heutesingen und skandieren Menschen auf den Straßen im ganzen Iran: „Jin Jîyan Azadî“, „Zan Zendegi Azadi“ (dt. „Frau, Leben, Freiheit“) auf Kurdisch und Farsi sowie „Khamenei qatel-e, hokoumatesh batel-e“, was so viel bedeutet wie „Khamenei ist ein Mörder und sein Regime ist unzulässig“.

Die Forderungen der Iranerinnen an die globale Gemeinschaft lassen sich nur schwer in wenige Worte fassen. Eines lässt sich jedoch mit Sicherheit sagen: Solidarität und die Denunziation der unrechtmäßigen Taten des Regimes gehen Hand in Hand. Das Mindeste, was die internationale Gemeinschaft tun kann, ist, das Echo von Stimmen aus dem Inneren des Iran weiterzugeben – Stimmen derer, die unterdrückt und ihrer Menschenrechte beraubt werden. Menschen, die ihr Leben riskieren und sich gegen Waffen und Kugeln stellen, um ihre Grundrechte wiederzuerlangen. Frauen, deren Körper und deren Alltagsleben zu Formen des ständigen Widerstands geworden sind. Arbeiterinnen, die sich – trotz ihrer ohnehin prekären wirtschaftlichen Situation – an massiven Streiks beteiligen, um sich dem Regime zu widersetzen. Ethnische Minderheiten, die seit Jahrzehnten ausgegrenzt werden. Nun kommt es darauf an, diesen Stimmen eine Bühne zu geben: „Wir sollten nicht versuchen, diese Revolution zu exotisieren, zu unterminieren oder zu übertreiben; aber seien Sie eine Stimme für die Iranerinnen und vertrauen Sie ihrer politischen Handlungsfähigkeit. So verstehen wir Solidarität.“ – Iranian Student Association Karlsruhe (ISAK).


Kino | Kunst | Konzert


16.30 Uhr
Eröffnung der Fotoausstellung „Faces of Independence“
von Marie Tihon
Die Ausstellung dokumentiert den Alltag dreier Frauen in Teheran, die in den Jahren
2014/15 außerhalb des vorgegebenen Rahmens des patriarchalen Systems lebten.


17.30 Uhr
Vorpremiere des Iranischen Film „Holy Spider“
von Ali Abbasi
Der Film wurde vom Produktionsland Dänemark für eine Oscarnominierung in der
Kategorie „Bester internationaler Film“ eingereicht. Der Thriller spielt im Jahr 2001
und beruht auf der wahren Geschichte eines Frauenmassenmörders, der von der
iranischen Gesellschaft zum Helden verklärt wird.
Eine Journalistin kommt dem Mörder auf die Schliche. Der Regisseur möchte die Entwicklung von der einst historischen Metropole Maschhad hin zu einer unscheinbaren Industriestadt nachzeichnen. Abbasi portraitiert dabei eine stark religiös geprägte Gesellschaft und rechnet mit der fundamentalistisch-konservativen Führung ab, die die Menschenrechte der iranischen Bürger*innen und insbesondere die Freiheit der Frauen mit Füßen tritt. Filmbeginn ist 17:30 Uhr.


20.30 Uhr
Konzert von Naghib Shanbezade (Percussion) und Camille el Bacha (Klavier)
Das musikalische Duo Naghib und Camille vereint das klassische Klavier mit
traditionellen Trommeln aus dem Iran. Der Klang des Pianos verleiht den
südiranischen Rhythmen eine neue Dimension.
Zwischen den Programmpunkten erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges
kulinarisches Angebot aus der iranischen Küche, bei dem Veganer*innen nicht
zu kurz kommen.
Eine Kooperation der Iranian Student Association Karlsruhe (ISAK), dem Büro für
Integration der Stadt Karlsruhe, der Kinemathek Karlsruhe e. V. und dem Tollhaus.
VVK im Tollhaus und in der Kinemathe