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  • Junge Kinemathek

Feivel, der Mauswanderer

Don Bluth, USA 1986; 81′ DF, FSK ab 6, wir empfehlen ab 8

Termine

12.2. Sonntag 15:00
19.2. Sonntag 15:00

Ein russisches Dörfchen im Jahr 1885: Die Mäusefamilie Mauskewitz feiert gerade das jüdische Lichterfest „Hanukkah“, als das Dorf von Kosaken überfallen und niedergebrannt wird. Familie Mauskewitz, die ohnehin schon in bescheidenen Verhältnissen lebte, verliert ihr gesamtes Hab und Gut. Es bleibt ihnen nur eins: Sie müssen (m)auswandern!
Ziel ist das ferne und legendäre Amerika. Schon immer liebte es der kleine Feivel, wenn sein Papa Geschichten darüber erzählte. Dort soll es Käse im Überfluss geben – und keinerlei Katzen! Doch der Weg dorthin ist lang und gefährlich: Von Hamburg aus geht es auf ein großes Schiff, wo sie auf Mauswanderer aus den verschiedensten Ländern treffen, die alle von einer besseren Zukunft träumen. Als an einem Tag der Überfahrt das Meer besonders wütend tobt, ist Mäusejunge Feivel zu draufgängerisch und wird über Bord gespült. Doch Feivel hat Glück im Unglück: Er landet als „Flaschenpost“ in New York, wo auch die Schiffe mit den Einwanderern ankommen. Schon bald macht er sich auf die Suche nach seiner Familie – und gerät in allerlei Abenteuer.
Dass ein Zeichentrickfilm für Kinder ein eher ernstes Thema anpackt, das sogar auf eine reale geschichtliche Situation anspielt, war in den 80er Jahren noch sehr ungewöhnlich. Zudem ist der Film stellenweise überraschend düster: Das New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts, das wir durch Feivels Augen sehen, ist nicht prachtvoll, sondern eher ärmlich. Jedenfalls ist es nicht der Käsetraum, den Feivel sich vorgestellt hatte – und auch keine katzenfreie Zone. Diese Erfahrung teilen auch viele menschliche Auswanderer mit Feivel: Längst nicht alle Hoffnungen erfüllen sich im neuen Land. Doch Feivel gibt die Suche nach seiner Familie nicht auf – und auch den Traum von einem katzenfreien Amerika nicht!

Don Bluth war ein Disney-Zeichner, bis er nach Unstimmigkeiten mit den älteren Zeichnern zusammen mit einer kleinen Gruppe anderer junger Animationskünstler Disney verlassen und sein eigenes Studio gegründet hat. Bei den beiden Feivel-Filmen arbeitete er zusammen mit Steven Spielberg und Bluth wurde seinerzeit zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Disney.