Before, Now & Then
In den 1960er-Jahren kam es in Indonesien zu einem gewaltvollen Putsch, in dessen Verlauf Präsident Sukarno durch General Suharto abgelöst wurde. Auch die sanfte Nana haben die dramatischen Ereignisse damals mitgenommen. Ihr Ehemann war während der japanischen Besatzung entführt und verschleppt worden. Sie konnte zwar dem Anführer entkommen, der sie zur Heirat zwingen wollte, doch der Vorfall kostete ihren Vater das Leben und trieb sie in die Armut. Jahre später führt sie als zweite Frau eines wohlhabenden Sundanesen mit den drei Kindern und einem Dienstmädchen an ihrer Seite ein angenehmes Leben. Aber in ihren Träumen holt die Vergangenheit sie ein.
Kamila Andini, die wir bereits für ihren jugendlich verspielten Spielfim Yuni bewundern konnten, nimmt in BEFORE, NOW & THEN bei ihrer zurückhaltend-eleganten Regieführung den Blickwinkel ihrer Protagonistin ein. Der mutmassliche Tod des früheren Ehemanns treibt die geheimnisvolle Nana um. Ihre Erinnerungen sind – vielleicht zu ihrem Segen – lückenhaft und gegenwärtig. Die Ungewissheit, die den ganzen Film durchdringt, macht ihn zusammen mit der opulenten Bildgestaltung und dem feinen Sinn für Nostalgie zum elegischen Wunderwerk. In einem Meer aus Widrigkeiten, verursacht durch männliches Verhalten, wird eine unerwartete Frauenfreundschaft zum Rettungsanker. Musik und Bildgestaltung erinnern an Wong Kar-Wais Ode an die unerfüllte Liebe. BEFORE, NOW & THEN wirkt in der Betrachtung des Patriarchats aus weiblicher Sicht zeitlos und stark.