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Farsi Film Festival – Kinemathek Karlsruhe

im Kino

Originalfassung mit deutschen Untertiteln | (e) engl. UT

Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch

Saal Veranstaltung im Saal | Box Veranstaltung in der Box | Foyer Veranstaltung im Foyer | Unterwegs Open Air & andere Orte

Zum fünften Mal lädt die Kinemathek Karlsruhe zum Farsi Film Festival: vom 17.-20.09.2026 zeigen wir aktuelle Spielfilme und Dokus, Kurzfilme und Klassiker aus dem persischsprachigen Raum – aus Iran, Afghanistan und dem Exil.

September/ Do 17.

1900 Farsi Film Festival Saal

بهرام بیضایی, IR 1989; 120′

Do. 17. September 1900 Saal

Farsi Film Festival

Bashu, the little stranger

بهرام بیضایی, IR 1989; 120′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
bashu, the little stranger (Szenenbild)

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Fr 18.

1930 Farsi Film Festival Saal

Shahrbanoo Sadat, DE/FR/NO/DK/AF 2026; 104′

Fr. 18. September 1930 Saal

Farsi Film Festival

No Good Men

Shahrbanoo Sadat, DE/FR/NO/DK/AF 2026; 104′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
No Good Men (Szenenbild)

Naru arbeitet als Kamerafrau beim Fernsehen und hat gelernt, sich auf niemanden zu verlassen außer sich selbst. Zwischen Redaktionstrubel und dem Sorgerechtstreit um ihren kleinen Sohn hält Naru alle auf Abstand – besonders Männer. Für die geschiedene Frau steht fest: Es gibt keine guten Männer. Doch als sie ausgerechnet mit einem Starreporter zusammenarbeiten muss, die beide auf der Suche nach der nächsten guten Story quer durch die Stadt jagen und sich Wortgefechte liefern, gerät Narus feste Überzeugung zusehend ins Wanken. Shahrbanoo Sadat wagt in ihrem dritten Spielfilm das Unmögliche: Sie inszeniert eine romantische Komödie in Afghanistan. Der umjubelte Berlinale-Eröffnungsfilm ist ein kraftvolles und gleichsam unterhaltsames Porträt über Frauen in einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft. Shahrbanoo Sadat hat nicht nur die Hauptrolle übernommen, sondern lässt auch autobiografische Bezüge in den ebenso präzisen wie gewagten Genremix einfließen.

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Sa 19.

1730 Farsi Film Festival Box

IR 2026; 90′

Sa. 19. September 1730 Box

Farsi Film Festival

Shorts Session

IR 2026; 90′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch

Drei kurze Blicke auf Iran und sein Exil. Echo of the Wind (Janna Heiß, Videoinstallation 2026), My Orange Garden (Anna-Sophia Richard) begleitet die Musikerin Faravaz, die wegen ihrer Lieder fliehen musste. Karun – The Longest River of Iran (Sahand Sarhaddi) rekonstruiert den Mord an dem Dichter Hamid Haji-zadeh und seinem Sohn.

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1900 Farsi Film Festival Saal

Mehrdad Oskouei, IR/FR/GB/US/DK 2025; 76′ (e)

Sa. 19. September 1900 Saal

Farsi Film Festival

A Fox under a Pink Moon

Mehrdad Oskouei, IR/FR/GB/US/DK 2025; 76′

  • Originalfassung mit englischen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
a fox under a pink moon (Szenenbild)

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So 20.

1500 Farsi Film Festival Saal

Mohammad Shirvani, IR 2026; 93′

So. 20. September 1500 Saal

Farsi Film Festival

Cesarean Weekend

Mohammad Shirvani, IR 2026; 93′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
Cesarean Weekend (Szenenbild)

In der Sommervilla im Norden des Iran, nahe dem Kaspischen Meer, herrscht ausgelassene Stimmung. Milad und Armin treffen sich mit Freunden zu einem Wochenende, das von ungezwungener Vertrautheit geprägt ist. Die Nachricht, dass Bita von Milad schwanger ist, macht ihre Beziehung noch zerbrechlicher. Am nächsten Morgen treffen die Väter der Gastgeber ein, jeder mit seinen eigenen Brüchen im Gepäck.

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1700 Farsi Film Festival Saal

Sara Khaki, Mohammad Reza Eyni, US 2025; 95′

So. 20. September 1700 Saal

Farsi Film Festival

Cutting Through Rocks

Sara Khaki, Mohammad Reza Eyni, US 2025; 95′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
cutting through rocks (Szenenbild)

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1900 Farsi Film Festival Saal

Mahnaz Mohammadi, DE/LU/CZ/IR 2026; 92′

So. 20. September 1900 Saal

Farsi Film Festival

Roya

Mahnaz Mohammadi, DE/LU/CZ/IR 2026; 92′

  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
Roya (Szenenbild)

Roya, eine iranische Lehrerin, die wegen ihrer politischen Überzeugungen inhaftiert ist, steht vor einer Entscheidung: ein erzwungenes Geständnis im Fernsehen abzulegen oder weiterhin in ihrer 3 Quadratmeter großen Zelle auszuharren. Während Vergangenheit und Gegenwart aus ihrer Ordnung geraten und die Plätze tauschen, bewegt sie sich zwischen inneren Landschaften und gelebter Erfahrung und offenbart, wie Isolation die Wahrnehmung, Identität und die fragile Möglichkeit des Widerstands neu formen kann.

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Das Farsi Film Festival richtet sich an filminteressierte Menschen, an alle, die sich für die iranische und afghanische Kultur sowie für die persische Sprache interessieren – und an jene, die sich über die Lebensrealitäten der Menschen im Iran und in Afghanistan informieren und mit ihnen solidarisieren wollen.

Seit September vergangenen Jahres hat sich die Lage im Iran weiter zugespitzt. Krieg, wirtschaftliche Not, gesellschaftliche Erschöpfung und politische Repression treffen aufeinander. Proteste und andere Formen des Widerspruchs werden mit Verhaftungen, Strafverfolgung und Todesurteilen beantwortet. Frauen widersetzen sich weiterhin den
staatlichen Vorschriften und der Kontrolle über ihre Körper und ihr öffentliches Leben.

In Afghanistan setzt sich währenddessen die systematische Verdrängung von Frauen und Mädchen aus Bildung, Arbeit und öffentlichem Leben fort. Ihre Bewegungsfreiheit und ihre gesellschaftliche Teilhabe werden immer weiter eingeschränkt. Gerade unter diesen Bedingungen ist es entscheidend, Frauen nicht nur zum Gegenstand unserer Aufmerksamkeit zu machen, sondern ihren eigenen Perspektiven Raum zu geben.

Ein Filmprogramm zu diesen Ländern zusammenzustellen, ist in diesem Jahr besonders schwierig. Wie lässt sich eine Auswahl treffen, die einer Wirklichkeit gerecht wird, die sich fortwährend verändert und immer komplexer wird? Und wie können wir über Frauen in Iran und Afghanistan sprechen, ohne sie allein als Opfer zu zeigen und damit ihre Individualität, ihre Stimmen und ihren Widerstand aus dem Blick zu verlieren?
Kein einzelner Film und kein Filmprogramm kann für diese schwierigen und komplizierten Realitäten sprechen. Stattdessen bringen wir unterschiedliche, manchmal widersprüchliche Perspektiven miteinander ins Gespräch: Geschichten über Krieg und seine Folgen, über den Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung, über die Kontinuität politischen Widerstands über Generationen hinweg und über das, was von einer
Bewegung bleibt, wenn der öffentliche Protest verstummt ist.

BASHU, GHARIBEYE KOOCHAK – ein Klassiker des iranischen Kinos – zeigt, wie ein Krieg das Leben eines Kindes unwiderruflich verändert. Unser Eröffnungsfilm NO GOOD MEN erzählt – als Romcom – von einer afghanischen Journalistin in den letzten Monaten vor der Rückkehr der Taliban. Ein Kurzfilmprogramm spannt einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart von Widerstand und Unterdrückung im Iran. Und ROYA erzählt von einer Gefangenen der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit" und davon, welche Spuren diese Erfahrung in ihrem Leben hinterlässt.

Diese Filme eröffnen, gemeinsam mit einigen anderen, einen Raum für Erfahrungen, die in Nachrichten und politischen Debatten oft unsichtbar bleiben. Das Farsi Film Festival möchte keine einfachen Antworten geben. Es möchte genau hinsehen, Ambivalenzen aushalten und eine Begegnung ermöglichen, die über geografische und sprachliche Grenzen hinausgeht. Denn Kino kann die Wirklichkeit nicht ersetzen und Ungerechtigkeit nicht ungeschehen machen. Es kann aber Zeugnis ablegen, Erinnerung bewahren und jenen Stimmen Raum geben, die zum Schweigen gebracht werden sollen.

(Text von Mahsa Vafaie)