Zum fünften Mal lädt die Kinemathek Karlsruhe zum Farsi Film Festival: vom 17.-20.09.2026 zeigen wir aktuelle Spielfilme und Dokus, Kurzfilme und Klassiker aus dem persischsprachigen Raum – aus Iran, Afghanistan und dem Exil.
Feierliche Eröffnung am Freitag, 18.09. um 19 Uhr

Barrierearm, klimatisiert und stillfreundlich
Farsi Film Festival – Kinemathek Karlsruhe
im Kino
Originalfassung mit deutschen Untertiteln | (e) engl. UT
Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
Saal Veranstaltung im Saal | Box Veranstaltung in der Box | Foyer Veranstaltung im Foyer | Unterwegs Open Air & andere Orte
Zurzeit nichts im Spielplan — sobald hier etwas ansteht, erscheint das Programm automatisch an dieser Stelle.
Das Farsi Film Festival richtet sich an filminteressierte Menschen, an alle, die sich für die iranische und afghanische Kultur sowie für die persische Sprache interessieren – und an jene, die sich über die Lebensrealitäten der Menschen im Iran und in Afghanistan informieren und mit ihnen solidarisieren wollen.
Seit September vergangenen Jahres hat sich die Lage im Iran weiter zugespitzt. Krieg, wirtschaftliche Not, gesellschaftliche Erschöpfung und politische Repression treffen aufeinander. Proteste und andere Formen des Widerspruchs werden mit Verhaftungen, Strafverfolgung und Todesurteilen beantwortet. Frauen widersetzen sich weiterhin den
staatlichen Vorschriften und der Kontrolle über ihre Körper und ihr öffentliches Leben.
In Afghanistan setzt sich währenddessen die systematische Verdrängung von Frauen und Mädchen aus Bildung, Arbeit und öffentlichem Leben fort. Ihre Bewegungsfreiheit und ihre gesellschaftliche Teilhabe werden immer weiter eingeschränkt. Gerade unter diesen Bedingungen ist es entscheidend, Frauen nicht nur zum Gegenstand unserer Aufmerksamkeit zu machen, sondern ihren eigenen Perspektiven Raum zu geben.
Ein Filmprogramm zu diesen Ländern zusammenzustellen, ist in diesem Jahr besonders schwierig. Wie lässt sich eine Auswahl treffen, die einer Wirklichkeit gerecht wird, die sich fortwährend verändert und immer komplexer wird? Und wie können wir über Frauen in Iran und Afghanistan sprechen, ohne sie allein als Opfer zu zeigen und damit ihre Individualität, ihre Stimmen und ihren Widerstand aus dem Blick zu verlieren?
Kein einzelner Film und kein Filmprogramm kann für diese schwierigen und komplizierten Realitäten sprechen. Stattdessen bringen wir unterschiedliche, manchmal widersprüchliche Perspektiven miteinander ins Gespräch: Geschichten über Krieg und seine Folgen, über den Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung, über die Kontinuität politischen Widerstands über Generationen hinweg und über das, was von einer
Bewegung bleibt, wenn der öffentliche Protest verstummt ist.
BASHU, GHARIBEYE KOOCHAK – ein Klassiker des iranischen Kinos – zeigt, wie ein Krieg das Leben eines Kindes unwiderruflich verändert. Unser Eröffnungsfilm NO GOOD MEN erzählt – als Romcom – von einer afghanischen Journalistin in den letzten Monaten vor der Rückkehr der Taliban. Ein Kurzfilmprogramm spannt einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart von Widerstand und Unterdrückung im Iran. Und ROYA erzählt von einer Gefangenen der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit" und davon, welche Spuren diese Erfahrung in ihrem Leben hinterlässt.
Diese Filme eröffnen, gemeinsam mit einigen anderen, einen Raum für Erfahrungen, die in Nachrichten und politischen Debatten oft unsichtbar bleiben. Das Farsi Film Festival möchte keine einfachen Antworten geben. Es möchte genau hinsehen, Ambivalenzen aushalten und eine Begegnung ermöglichen, die über geografische und sprachliche Grenzen hinausgeht. Denn Kino kann die Wirklichkeit nicht ersetzen und Ungerechtigkeit nicht ungeschehen machen. Es kann aber Zeugnis ablegen, Erinnerung bewahren und jenen Stimmen Raum geben, die zum Schweigen gebracht werden sollen.
(Text von Mahsa Vafaie)