Cinema! Italia! – Festivaltournee 2026
5.-11. November
Auch in diesem Jahr macht die Festivaltournee Cinema! Italia! wieder Station in der Kinemathek. Sechs Filme geben einen Querschnitt durch das aktuelle italienische Kino – von der warmherzigen Komödie über das feinfühlige Debüt bis zur Literaturverfilmung, dazu wie immer ein großer Klassiker als Wiederaufführung: Luchino Viscontis Gewalt und Leidenschaft, gezeigt zum 50. Todestag des Regisseurs. Alle Filme laufen in italienischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Und wie jedes Jahr entscheidet das Publikum mit: Per Stimmkarte im Kino wird der Lieblingsfilm der Tournee gewählt, der zum Abschluss den Cinema!-Italia!-Publikumspreis erhält.
Barrierearm, klimatisiert und stillfreundlich
Cinema Italia – Kinemathek Karlsruhe
im Kino
Originalfassung mit deutschen Untertiteln | (e) engl. UT
Vorstellung mit Einführung/Filmgespräch
Saal Veranstaltung im Saal | Box Veranstaltung in der Box | Unterwegs Open Air & andere Orte
Zurzeit nichts im Spielplan — sobald hier etwas ansteht, erscheint das Programm automatisch an dieser Stelle.
Come ti muovi, sbagli
Gianni Di Gregorio, Italien/Frankreich 2025, 97 Min., ital. OmU
Mit siebzig hat der pensionierte Professor endlich seinen Frieden gefunden: eine schöne Wohnung in Rom, eine ordentliche Rente, Freunde im Stammcafé, eine zugewandte Nachbarin. Dann steht plötzlich die Tochter vor der Tür – mitten in der Ehekrise und mit zwei quirligen Enkelkindern im Schlepptau. Aus der wohlgeordneten Ruhe wird ein liebevolles Chaos. Gianni Di Gregorio (Pranzo di Ferragosto) erzählt mit trockenem Humor und großer Gelassenheit davon, dass die Liebe alle Mühen wert ist – und dass man sich dem Leben nicht entziehen kann, so sehr man es auch versucht.
Tre ciotole
Isabel Coixet, Italien/Spanien 2025, 120 Min., ital. OmU
Marta und Antonio trennen sich nach einem scheinbar banalen Streit. Sie zieht sich zurück, er flüchtet sich in die Arbeit. Doch als Marta erfährt, dass hinter ihrem körperlichen Unwohlsein weit mehr steckt als Trennungsschmerz, verändert sich alles: der Geschmack des Essens, die Musik, das Begehren. Isabel Coixet verfilmt den Bestseller von Michela Murgia mit Alba Rohrwacher und Elio Germano in den Hauptrollen – ein zärtlicher, lebensbejahender Film über das Abschiednehmen, der zeigt, dass selbst im Schmerz Platz für Freude bleibt. Premiere beim Filmfestival Toronto 2025.
La vita da grandi
Greta Scarano, Italien 2025, ital. OmU
Irene hat ihr Leben im Griff – im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Omar, der als Autist noch immer bei der Mutter in Rimini lebt und davon träumt, als Sänger auf der Bühne zu stehen. Als Irene ihm helfen soll, selbstständig zu werden, müssen beide lernen, was Erwachsensein wirklich bedeutet. Das Regiedebüt der Schauspielerin Greta Scarano, nach der wahren Geschichte der Geschwister Damiano und Margherita Tercon, mit Matilda De Angelis und Yuri Tuci – berührend, komisch und frei von jedem falschen Pathos.
Gioia mia
Margherita Spampinato, Italien 2025, 90 Min., ital. OmU
Der neunjährige Nico, aufgewachsen in einer hypervernetzten Welt, muss den Sommer bei seiner alten, strenggläubigen Tante Gioia in Sizilien verbringen – in einem verwunschenen Haus ohne WLAN, dafür voller Legenden, Heiligenbilder und Aberglauben. Zwischen dem Jungen und der eigensinnigen alten Dame entsteht eine unerwartete Komplizenschaft. Margherita Spampinatos Debüt war die Überraschung des Festivals von Locarno 2025: Es gewann den Spezialpreis der Jury, Hauptdarstellerin Aurora Quattrocchi wurde mit dem Pardo für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet.
Il bene comune
Rocco Papaleo, Italien 2026, 103 Min., ital. OmU
Der Wanderführer Biagio (Rocco Papaleo) soll vier Strafgefangene auf einem Freigang durch den Pollino-Nationalpark begleiten – Ziel ist ein jahrhundertealter Loricato-Pinienbaum, der unter extremsten Bedingungen überlebt und als Symbol der Resilienz gilt. Unterwegs brechen Geschichten, Konflikte und ungeahnte Nähe auf. Papaleos fünfte Regiearbeit, gedreht in seiner Heimat zwischen Basilikata und Kalabrien, ist eine musikalisch grundierte Fabel über zweite Chancen – mit einem großartigen Ensemble um Claudia Pandolfi, Teresa Saponangelo und Vanessa Scalera.
Gruppo di famiglia in un interno / Gewalt und Leidenschaft
Luchino Visconti, Italien/Frankreich 1974, 121 Min., OmU
Ein alternder Professor (Burt Lancaster) lebt zurückgezogen zwischen seinen Gemälden in einem römischen Palazzo – bis die exzentrische Marchesa Brumonti (Silvana Mangano) mit ihrem Geliebten Konrad (Helmut Berger), ihrer Tochter und deren Verlobtem in die obere Etage einzieht und seine sorgsam gehütete Ordnung zum Einsturz bringt. Viscontis vorletzter Film ist ein melancholisches Kammerspiel über Alter, Schönheit und den Zusammenprall der Generationen – und ein Vermächtnis des großen Regisseurs, dessen Todestag sich 2026 zum 50. Mal jährt.