Studio 3

Mit dem Studio 3 verfügt die Kinemathek über einen der schönsten Kinosäle in der Karlsruher Innenstadt. Außer montags finden Sie hier ein tägliches Filmprogramm. Hinzu kommt am Wochenende ein eigenes Angebot für Kinder.

 

Das Studio 3 im Erdgeschoss der Kurbel existiert seit der Eröffnung des Filmtheaters im August 1957. Das zukunftweisende und neuartige dieses Kinoneubaus - ein gelungenes Beispiel für den funktionalen Baustil der 50er Jahre - bestand darin, dass er neben dem großen Saal für Premieren im Obergeschoss noch einen zweiten kleineren Saal hatte, der als „Studiokino“ für ambitionierte, filmkünstlerische Produktionen genutzt wurde. Damit realisierte man hier erstmalig ein Kinokonzept, das spätere Entwicklungen der Kinobranche vorwegnahm.

 

Heute verfügt das Studio 3 über 146 Sitzplätze sowie vier Rollstuhlplätze. Bei seiner Neugestaltung im Jahr 2010 wurde das ursprüngliche Raum- und Farbkonzept der 50er Jahre wieder aufgenommen.

 

Mit Blick auf den Passagehof bietet im Obergeschoss das Café 9bar eine exklusive Auswahl an verschiedenen Getränken und kleineren Speisen. Hier befinden sich auch die drei Kinosäle der Kurbel, in denen unser gewerblicher Partner ein eigenes Filmprogramm präsentiert. Im Sommer findet die Bewirtung des Cafés vor dem Kinogebäude, unter den Platanen im Passagenhof, statt.

 

Kinemathek Karlsruhe - studio3
Studio3

 

Kinemathek Karlsruhe - studio3
Das Kino im Passagehof

Technik


Super8   Projektor Elmo GS-1200 Xenon

16mm    Projektor Kinoton FP 18; mobil: 2 x Bauer P8 T400, variable Geschwindigkeit

35mm    2 Projektoren Kinoton FP 20 für Überblendbetrieb, variable Geschwindigkeit
              Bildformate: 1: 1,25 - 1:1,37 - 1:1,66 - 1:1,85 - 1:2,35

Digital    Projektor Christie Solaria CP2210, Server IMB-S2
              Formate: Beta SP, digi-Beta, HDV, miniDV, BluRay, DVD

              Container: DCP, MXF, AVI.

              Dateien: JPEG 2000, mpeg2, mpeg4, wmv, Quicktime, final cut

 

Ton

 

35mm-Filme und Digital-Werke können in allen üblichen Tonformaten von Mono bis Dolby Digital aufgeführt werden. 16mm- und Super8-Material kann mit Licht- und Magnetton aufgeführt werden.

Geschichte

Zur Eröffnung berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten am 29. August 1957:


Zwei Lichtspielhäuser von Format unter einem Dach

In der Kaiserpassage eröffnen die Süddeutsche Filmbetriebe Hubertus Wald die "Neue Kurbel" und das "Studio 3"


Wenn sich die Vorhänge in Karlsruhes neuestem Lichtspieltheater teilen, wenn ein erwartungsfrohes Publikum erstmals seine Schritte zur "Neuen Kurbel" in der Kaiserpassage lenkt, dann haben die Verantwortlichen, Herr Architekt Reinhold Grund mit seinen Bauleitern Manner und Lorenz, Herr Architekt Bernd Gutmann und Herr Walter Anselment als Statiker und die am Gelingen des Baus verantwortlichen Mitarbeiter allen Grund zur Zufriedenheit. Trotz mancher Schwierigkeiten - so stellte allein das Ausschachten für die 6,50 Meter tiefen Fundamente auf dem Grund des mit riesigen alten Fundamenten ausgestatteten alten Baugeländes beachtliche Probleme - ist in harmonischer Zusammenarbeit zwischen den am Bau beteiligten Firmen ein Lichtspielhaus besonderen Ranges entstanden, das sich würdig an die lange Reihe der Theater der "Süddeutschen FiImbetriebe Hubertus Wald" anschließt und mit der gelungenen Kombination zwischen großem repräsentativen Erstaufführungstheater und intimen Kammerlichtspielen unter einem Dach etwas völlig Neuartiges bietet.

 

Kinemathek Karlsruhe - studio3
Das Foyer für beide Theater (Entwurf: R. Grund)

Durch ein helles, geräumiges Foyer und zwei breite, mit modernen Drahtplastiken der Karlsruher Künstler Streit und Jürgens ausgestaltete Aufgänge betritt der Besucher das Theater. Entschließt er sich zum Besuch des "Studio 3", das seinem intimen Charakter gemäß besonders den künstlerisch wertvollen Film pflegen wird gelangt der Filmfreund in das "untere" Theater. Die elegante und doch anheimelnde Atmosphäre eines Theaterraumes umfängt ihn, den die gleichen Vorzüge auszeichnen, die auch der "Neuen Kurbel" - eine Treppe höher - viele Freunde gewinnen werden: moderner Komfort mit einer kaum zu überbietenden Bequemlichkeit für die Besucher aller Plätze. Der so lästige und störende "Hindernislauf" durch zu enge Reihen, der den später kommenden FiImbesucher zum Gymnastiklehrer der übrigen Theatergäste seiner Sitzreihe werden ließ, wird in Zukunft wegfallen. Dafür wartet eine Bestuhlung, der man wohl das Attribut "luxuriös" zuerkennen darf. Auf genügend Fußfreiheit wurde dabei besonderer Wert gelegt.

223 Plätze weist das "Studio 3" auf, das, wie auch die "Neue Kurbel" in sorgsam auf ein Optimum an Sicht- und Tonqualität berechneter Wannenform konstruiert ist. Eine nachtblaue Velour-Wandbespannung zu der der Fußbelag aus "Girlon"-Teppichen fein harmoniert, verleiht dem Raum den farblichen Akzent. Die technische Ausrüstung des "Studio 3" mit Bauer-B-11-Vorlührgeräten und einer Cinemascope-Leinwand von zehn Meter Breite und vier Meter Höhe wird allen Anforderungen gerecht. Der Intime Kammerspielraum ermöglicht zudem eine kaum zu steigernde Nutzung der akustischen Raumtoneffekte. Drei Lautsprecherkombinationen mit vier Effektlautsprechern zaubern die perfekte akustische Illusion.

Das "Studio 3" wird wie das ganze Haus durch eine Spezialanlage klimatisiert. Daß sich das Theaterpublikum bei jeder Witterung wohlfühlen wird, dafür sorgt eine zentral gesteuerte Ölheizung und eine Kühlanlage, die von einem eigenen, 21 Meter tiefen Brunnen gespeist wird.

Der Farbkombination "Blau-Gold" im "Studio 3" entspricht eine Treppe höher im großen Erstaufführungs-Theater der "Neuen Kurbel" der Zweiklang Orange-Grau. Die orangefarbene Wandbespannung, wiederum wirkungsvoll und farbschön ergänzt durch "Girlon"-Teppiche wird durch eine Dekoration aus "fliegenden Untertassen" in Weiß, die unter der schwarzen, indirekt beleuchteten Decke angebracht sind, wirkungsvoll belebt. Ein breiter Mittelgang erleichtert den Zugang zu den 800 Plätzen, bei denen es übrigens keine "Rasiersitze" mehr geben wird, da die ersten Reihen weit In den Zuschauerraum zurückgelegt sind.

Eine, wie die gesamte kinotechnische Ausstattung durch die Firma "Siemens Klangfilm" von Aufbauleiter Oberdorf erstellte Bauer-B-14-Apparatur sowie drei Lautsprecherkombinationen mit sechs Effektlautsprechern runden das Bild eines Lichtspieltheaters von Format ab. Für die Ausführung der elektrischen Anlagen des Theaters zeichnet die Firma Gebrüder Betz, Karlsruhe verantwortlich. Die Cinemascope-Leinwand, vor der auf der Bühne genügend Raum für Star- und Gastspiele ist und die mit 12,50 auf 5,20 m gut dimensioniert ist, wird von drei Vorhängen verschlossen. Eine Schwerhörigenanlage vervollständigt den technischen Komfort der "Neuen Kurbel", für die das gleiche gilt wie für das "Studio 3": Bequemlichkeit ganz groß geschrieben. Eine Stargarderobe, ein geräumiger Vorführraum, Personal- und Theaterleiterräume sowie Lagerräume sind, jeden kostbaren Quadratmeter klug nutzend, Bestandteil des zweiten Stocks.

Zur "Neuen Kurbel" in der Kaiserpassage wird sich in einigen Wochen auch noch die neue "Kurbel-Taverne" gesellen, die, mit interessanten innenarchitektonischen Überraschungen wesentlich geräumiger als Ihre Vorgängerin, sich im Keller des Theaters präsentiert.

Bleibt noch zu erwähnen, dass im "Studio 3" eine jederzeit einsatzbereite Fernseh-Übertragungsanlage eingeplant ist, die bei allgemein interessierter Bedeutung in Aktion treten soll. Man sieht, in dem neuen Lichtspieltheater in der Kaiserpassage ist nichts vergessen. Modern und großzügig ausgestattet, präsentiert es sich den Karlsruher Filmfreunden, die schnell den Weg in die Kaiserpassage finden sollten, zumal auch für Parkmöglichkeiten gesorgt werden wird. Die beiden Kinos unter einem Dach - jedes für sich einen bestimmten Publikumskreis ansprechend - sollten die Freundschaft all derer finden, die ihren Filmbesuch nicht "absitzen", sondern erleben wollen. Die geschmackvolle Eleganz und anheimelnde Bequemlichkeit, die den neuen "Hubertus-Wald-Betrieb" auszeichnet, bieten für dieses erholsame Erlebnis Garantie.