Park Chan-wook

Neben Kim Ki-duk dürfte der 1963 in Seoul geborene Park Chan-wook zu den bekanntesten Regisseuren Koreas zählen. Spätestens mit seinem dritten Film, dem düsteren Polit-Thriller Joint Security Area von 2000, wurde auch ein internationales Publikum auf diesen vielseitigen Stilisten aufmerksam. Es fließt mitunter viel Blut in seinen Filmen, was manche Kritiker dazu verleitete, Parks Filme auf ihre Gewaltdarstellungen zu reduzieren. Damit wird man ihm aber nicht wirklich gerecht. Er zeigt vielmehr Protagonisten in psychischen und seelischen Ausnahmezuständen, durch deren Welt oft ein gewaltsamer Riss geht, den Park sehr direkt auf die Zuschauer überträgt. Das führt immer wieder zu einem unmittelbaren sinnlichen Kinoerlebnis, in dem abgründige Geschichten eine ganz eigene Faszination entfalten. Dabei zeichnen den Regisseur ein großer visueller Einfallsreichtum und ein filmhistorisches Bewusstsein aus, über das er als ehemaliger Filmkritiker verfügt und das in zahlreichen Zitaten und Anspielungen zum Ausdruck kommt.

Wir nehmen den neuesten Film von Park Chan-wook Die Taschendiebin zum Anlass eine kleine Werkschau zu präsentieren.