Leben und Sterben des Colonel Blimp

The Life and Death of Colonel Blimp
Großbritannien 1943, Michael Powell/Emeric Pressburger
mit Anton Walbrook (Adolf Wohlbrück), Deborah Kerr, Roger Livesey, 164 Minuten, deutsche Untertitel.

 

 

Die beiden Offiziere Clive Wynne-Candy und Theo Kretschmar-Schuldorff lernen sich 1902 zur Zeit des Burenkriegs kennen. Obwohl der eine Brite und der andere ein Deutscher ist, werden sie Freunde fürs Leben. Immer wieder begegnen sie sich, so auch im Ersten Weltkrieg. Während des Zweiten Weltkriegs emigriert der Deutsche aus politischen Gründen nach England. Sein englischer Freund ist inzwischen ein alter Mann, der sich bei der britischen Heimatarmee engagiert. Für ihn ist Krieg immer noch eine Art Wettkampf unter sportlich fairen Gegnern. Eine Haltung, die sich angesichts des Naziterrors als zunehmend absurd erweist. Regisseur Michael Powell und Drehbuchautor Emeric Pressburger gelang mit diesem raffiniert inszenierten und in komplexen Rückblenden erzählten Film ein regelrechtes Wunder. Ein antideutscher Propagandafilm für den Zweiten Weltkrieg, der zugleich untergründig die Frage diskutiert, welchen moralischen Preis England für einen Sieg zu zahlen hat. Premierminister Winston Churchill hasste den Film und unternahm alles, um ihn zu behindern. Damit weckte er aber erst Recht die Neugier des Publikums, das massenhaft in die Kinos strömte. Erst viel später erfuhr der Film auch die künstlerische Anerkennung, die ihm gebührt. Heute gilt er vielen Filmhistorikern als britische Antwort auf Orson Welles' „Citizen Kane“.

 

Eintritt 7.- € / 5,50 € ermäßigt