Meine glückliche Familie

Chemi bednieri ojakhi
Georgien/Frankreich/Deutschland 2017, Nana & Simon (Nana Ekvtimishvili/Simon Gross)
mit Ia Shugliashvili, Merab Ninidze, Berta Khapava. Digital, 120 Min., Grusinisch/dt.Untertitel

 

 

An ihrem 52. Geburtstag wird der Literaturlehrerin Manana klar, wie unbefriedigend ihre Situation ist. In einer kleinen Familienwohnung lebt sie zusammen mit drei Generationen. Ständig wird sie in Anspruch genommen, doch was sie möchte, fragt keiner. Manana zieht kurzerhand aus. Eine Erklärung dafür bleibt sie schuldig. Die Familie ist schockiert. Was sollen die Leute sagen? Mananas Bruder droht ihr unverhohlen. In ihrer neuen Wohnung kann sie endlich durchatmen, zum ersten Mal in ihrem Leben ist sie allein.

Nana und Simon zeigen die Schwierigkeit, gerade aus einem vordergründig wohlwollenden Patriarchat auszubrechen, das seinen Frauen Lieder singt. Ihre Feinfühligkeit dabei erinnert an den großen Otar Ioselliani. Meine glückliche Familie ist vor allem eine sinnliche Erfahrung von einer beglückenden Intensität, wie man sie selten im Kino macht. Der Film erzählt mit einem visuellen Reichtum, der das Geschehen künstlerisch verdichtet und doch immer nah an der Alltäglichkeit der Geschichte bleibt.