Ein großes, grünes Tal

Didi mtswane weli
UdSSR 1967, Merab Kokotschaschwili
mit David Abaschidse, Lia Kapanadse. 35mm, 86 Min., Grusinisch/dt.Untertitel

 

 

Der Hirte Ssossana versorgt für seine Kolchose das Vieh in einem abgelegenen Gebirgstal. Seine Frau lebt mit ihrem Sohn im Dorf. Sie möchte sich von ihrem Mann, der ihr fremd geworden ist, lossagen. Zwei Welten stoßen aufeinander. In dem Land seiner Väter verwurzelt lebt Ssossana in der Nähe zur Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten. Er ist Hirte und im Hirtendasein liegt seine Weltanschauung. Seine Frau dagegen zieht es zu Menschen, die im Rhythmus der neuen Zeit leben.

Der Einbruch der Technik in eine urtümliche Landschaft ist ein in der Geschichte des sowjetischen Films nicht selten behandeltes Thema. Neu ist die Unversöhnlichkeit, mit der hier der Konflikt am Beispiel eines Menschen der mittleren Generation dargestellt wird. Es sind die poetisch mythologischen Momente und eine vital ausgebreitete Gefühlsskala, die dem Film EIN GROSSES, GRÜNES TAL seine ungewöhnlichen Qualitäten verleihen. Der georgische Regisseur erzählt seine Geschichte in gleichwohl realistischen Bildfolgen, die eine Zuneigung zum italienischen Neorealismus verraten. (nach: Eva Hoffmann in: Kinemathek Nr. 52, 1975)