Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Deutschland 2017, Julian Radlmaier
mit Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie. Digital, 99 Min.

 

 

Ein Film, der das utopische Potenzial des Kinos erforscht, dafür die Form einer politischen Komödie wählt, keine Angst vor Theorie hat und dazu noch aus Deutschland kommt. Kann das gut gehen? Nach Meinung vieler Kritiker ist das Julian Radlmaier mit seinem Abschlussfilm an der dffb sogar ganz hervorragend gelungen. Der Regisseur spielt selbst die Hauptrolle. Ein angehender Filmemacher tarnt seinen Hartz-IV-Job auf einer Obstplantage in Brandenburg als Recherche für ein kommunistisches Filmprojekt. Dort gerät er in eine provisorische Revolution der Erntehelfer gegen den Plantagenbesitzer. Mit doppelbödigem Humor, zahlreichen Zitaten und Anspielungen entfaltet der Film ein Panorama ganz unterschiedlicher Milieus, in denen der neoliberale Kapitalismus ebenso zerpflückt wird wie das revolutionäre Pathos. Auf der letzten Berlinale wurde er als ein Glücksfall für das deutsche Kino gefeiert.