Das Mädchen Wadjda

Saudi-Arabien 2012, Haifaa Al Mansour
mit Waad Mohammed, Reem Abdullah. Digital, 98 Min., Arabisch/dt. Untertitel

 

 

In Saudi-Arabien verbieten es die sozialen Konventionen, dass Mädchen Rad fahren dürfen. Als Haifaa Al Mansour darüber einen Spielfilm gemacht hat, war sie damit die erste saudische Regisseurin überhaupt. Um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, musste sie bei den Außenaufnahmen aus einem Kleinbus heraus mit Monitor und Walkie-Talkie Regie führen. Und das in einem Land, in dem es keine Kinos gibt. Diese Begleitumstände allein reichten schon, um den Film Das Mädchen Wadjda als mittlere Sensation erscheinen zu lassen.

Die 10-jährige Wajdja lebt mit ihrer Mutter in Riad, der Vater kommt gelegentlich zu Besuch. Warum die Eltern getrennt leben, deutet der Film nur an. Als sich das Mädchen ein Fahrrad zum Geburtstag wünscht, rührt es damit an ein Tabu, das von den Erwachsenen offenbar niemand hinterfragt. Für die intelligente Wadjda ist das nicht nachvollziehbar. Sie beschließt an einem Koran-Wettbewerb teilzunehmen, um sich von dem Preisgeld das Rad selbst zu kaufen. Ein mutiger Film, der bewusst ein Beispiel dafür sein will, dass gesellschaftliche Veränderungen auch in Saudi-Arabien möglich sind.