Gribiche - Heimweh nach der Gasse

Frankreich 1926, Jacques Feyder
mit Françoise Rosay, Jean Forest, Cécile Guyon. Digital, 113 Min., franz. ZT/dt.UT

 

 

Eine Geschichte über Geld und Liebe: Der Arbeiterjunge Gribiche, Sohn der Kriegswitwe Belot, gibt einer reichen Amerikanerin ihre Handtasche voller Geld zurück, die sie im Kaufhaus hat liegen lassen. Gerührt von so viel Ehrlichkeit beschließt sie, ihn an Kindes statt anzunehmen. Seine Mutter, die in einer Fabrik arbeitet, gibt ihn schweren Herzens frei, glaubt sie doch, ihm so eine bessere Zukunft eröffnen zu können. Doch trotz des Wohlstands, der ihn umgibt, vermisst der Junge sehr schnell seine natürliche Umgebung und flieht zurück zu seiner richtigen Mutter.

Der Belgier Jacques Feyder (1887 bis 1948) war einer der großen Kinopioniere. Er drehte Filme für alle Schichten und klammerte keine Bevölkerungsgruppe aus seinen Geschichten aus. Er verstand es, Avantgarde und kommerzielles Kino in seinem Werk zu versöhnen. Feyder war der Ansicht, dass nur Filme mit einer nationalen Prägung wirklich international erfolgreich sein könnten, dass nur das künstlerisch Singuläre Interesse wecken könnte. Dies war in der Zeit der kosmopolitischen Ansätze höchst revolutionär.

GRIBICHE war einer der letzten Stummfilme Jacques Feyders. Von der Cinemathèque Française nach jahrelanger Recherchearbeit aufwändig restauriert, war er 2008 beim Festival „Le Giornate del Cinema Muto“ in Pordenone erstmals wieder zu sehen.

Das Bühnenbild entwarf Lazare Meerson, die Aufnahmen leiteten Basile Kourotchkine und Basile Zriatchikoff. Henri Chomette assistierte bei der Regie.