Eisenstein in Guanajuato

Niederlande/Mexiko 2014, Peter Greenaway
mit Elmer B├Ąck, Luis Alberti, Maya Zapata. Digital, 105 Min., Englisch/dt.UT

 

 

Es ist schon eine ganze Weile her, dass der britische Regisseur Peter Greenaway einen neuen Film vorgestellt hat. Und so war die Neugier groß, als er im Wettbewerb der letzten Berlinale mit einem Spielfilm über seinen hoch geschätzten Kollegen Sergej Eisenstein auftauchte. Er schildert darin zehn Tage in Mexiko, wo der große Russe sein Filmprojekt QUE VIVA MEXICO! vorbereitet. Es wird eine ganz eigene Entdeckungsreise in ein fremdes Land, in dem sich das Rationale und das Mystische überlagern, und in dem man das Leben nur über den Tod findet. Etwa im mexikanischen Karneval, dem großen Fest der Toten. Eisenstein erscheint hier als clownesker Naiver, der aber eine gewaltige Lust auf alles Neue hat, und so ein wahrlich revolutionärer Geist bleibt. Unter der Obhut seines attraktiven Führers Palomino verliert er schließlich seine Unschuld, was Greenaway als ebenso kunstvollen wie natürlichen Akt inszeniert. Sein Film ist wildes, komisches, lebenspralles und anspielungsreiches Kino. (nach: Fritz Göttler, sissy 27)