Sibylle

Deutschland 2015, Michael Krummenacher
mit Anne Ratte Polle, Thomas Loibl, Dennis Kamitz. Digital, 87 Min.

 

 

In der griechischen Mythologie ist eine Sibylle eine Prophetin, die ungefragt die Zukunft weissagt und dabei in Orakeln spricht. Der Filmemacher Michael Krummenacher überträgt dies in die Gegenwart und auf die Hauptfigur seines gleichnamigen Films. Sibylle Froebisch ist eine Architektin, Ehefrau und Mutter. Obwohl ihr Leben eigentlich gesichert ist, scheint etwas Unbestimmtes an ihr zu nagen. Selbst als sie mit ihrer Familie nach Italien in den Urlaub fährt, schafft sie es nicht zur Ruhe zu kommen und auszuschlafen. Bei einem morgendlichen Spaziergang an den Klippen des Gardasees wird sie Zeugin des Selbstmords einer Frau in ihrem Alter. Davon erschüttert, verändert sich Sibylles Wahrnehmung ihres eigenen Lebens und ein selbstzerstörerischer Prozess setzt sich in Gang. Der Film ist eine spannende Mischung aus klassischem Drama und Psychothriller. Dabei bedient er sich sowohl bei Elementen des intelligenten Genre-Kinos wie Polanskis Der Mieter oder The Shining von Stanley Kubrick, als auch bei Werken des Autorenfilms wie Ingmar Bergmans Persona oder Angst vor der Angst von Rainer Werner Fassbinder.