Cemetery of Splendour

Thailand/GB/F/D 2015, Apichatpong Weerasethakul
mit Jenjira Pongpas Widner, Banlop Lomloi. Digital, 120 Min., Thailändisch/dt.UT

 

 

Mit Filmen wie TROPICAL MALADY und UNCLE BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE FRÜHEREN LEBEN, der ihm 2010 in Cannes auch die Goldene Palme einbrachte, wurde der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul zu einem der großen Autorenfilmer der Gegenwart. Seine Filme sind für ihre offene, mäandernde Form bekannt, für ihre Zeitschleifen und für ihre Durchlässigkeit für andere Lebenswelten und Realitäten. Sie können ebenso konkret wie mysteriös sein und ähneln manchmal nächtlichen Träumen, die den Zuschauern ein einmaliges Kinoerlebnis bereiten.

Weerasethakuls jüngstes Werk spielt erneut im Norden Thailands, der Heimat des Regisseurs, wo der Glaube an den Animismus – der Beseeltheit aller Dinge – weit verbreitet ist. Eine ehemalige Schule dient als provisorisches Krankenhaus. Hier werden Soldaten versorgt, die an einer rätselhaften Schlafkrankheit leiden. Zu den ehrenamtlichen Pflegerinnen gehört auch Jen, die selbst auf Krücken angewiesen ist. Als sie bei einem Soldaten ein Notizbuch mit fremden Schriften und kryptischen Skizzen entdeckt, deutet einiges auf einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und einem alten mythischen Ort hin, der unterhalb der Klinik liegt. Ein Film mit einer geradezu heilenden Kraft, der sich zugleich als Metapher für die politische Situation Thailands verstehen lässt.