Drei Filme von Studierenden der HfG

 

 

Der Fachbereich Medienkunst-Film an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe erforscht und erarbeitet neue Konzepte und Formate auf den Gebieten Dokumentarfilm, Experimentalfilm und Autorenfilm. Die Filmtheorie spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste entstehen zahlreiche Arbeiten im Bereich Videokunst, so dass dieses Medium gleichwertig neben den klassischen Formen Malerei und Bildhauerei existiert. Das nächste Forum mit filmischen Arbeiten der beiden Hochschulen wird voraussichtlich im April 2017 stattfinden. Bis Februar nehmen wir Einreichungen für die Sichtung entgegen.

Als Vorgeschmack präsentieren wir in unserem Oktober-Programm drei längere Filme, die während bzw. nach dem Studium am Fachbereich Medienkunst der HfG entstanden sind: die Diplomarbeit von Jens Willms MR. SPACEMAN, den ersten Film nach dem Diplom von Iuri Maia Jost LAUF DER DINGE und den Vordiplomfilm von Laura Morcillo DER TAG, AN DEM DIE DUMMEN VERSCHWINDEN.

 

Die AutorInnen werden an diesem Abend anwesend sein, um ihre Arbeiten vorzustellen und stehen für ein Gespräch zur Verfügung.

 

Lauf der Dinge

Iuri Maia Jost,  2015

Digital, 12 Minuten

Sprecher: Lisa Schlegel, André Wagner

Ein Ehepaar trennt sich nach 24 Jahren Ehe. Auf dem Sperrmüll finde ich ihren Briefwechsel. Eine Ton-Bild-Collage aus Fundstücken. (Iuri Maia Jost)

Ein ‘Objet trouvé’ steht am Anfang dieses Filmgedichts. In einer Kiste fand Iuri Maia Jost den Briefwechsel zwischen zwei Menschen – einer Frau und ihrem Mann –, die sich mit der Trennung und dem Ende ihrer Ehe weder abfinden noch die Beziehung ganz abrechen wollten oder konnten. Durch die Montage privater Fotos und Schnappschüsse findet der Film ein visuelles Gegengewicht zu der nüchternen wie tragischen Beschreibung der Einsamkeit, Verlassenheit und immer wieder aufflackernden Hoffnung. Wie geschickt das Bild und der Ton sich gegenseitig befragen und bestärken, das lässt sich hier hautnah erleben. (Jan Sebening, Katalogtext DOK.fest München)

 

Mr. Spaceman

Jens Willms,  2016

Digital, 30 Minuten

mit Georgios Tzitzikos, Ibadete Kadrijaj, Jan Andreesen

Der Film MR. SPACEMAN zeichnet ein selbstironisches Portrait des

Deutsch-Griechen Thomas Marinakis. Städtische Melancholie, Fernweh und

humorvolle Begegnungen mit Freunden und Unbekannten führen zu Fragen

nach Identität, Herkunft und einem Platz in dieser Welt.

 

Der Tag, an dem die Dummen verschwinden - El día en que los tontos se acaben
Laura Morcillo,  2012
Digital, 62 Minuten, Spanisch/dt.UT

mit Baltasar Guallar, Evaristo Guallar, Félix Guallar

Baltasar lebt in Esco, einem einsamen Ort nahe der Pyrenäen. Ein Leben ohne Nachbarn, ein Haus inmitten von Ruinen. Läutende Glocken, blökende Schafe. Baltasar hat das Dorf noch nie verlassen, aber das kann sich ändern. Wie kann er eine Frau finden, wenn im Dorf nur seine zwei Brüder wohnen? Was wird passieren, wenn auch sie verschwinden, wenn alles im Wasser untergeht? (Laura Morcillo)

Ein Schäfer über Schafe, die Liebe und das Leben. Der seit Jahr und Tag gleiche Weg der Schafe kollidiert mit einem Mal mit der modernen Zeit, die in Form einer Schnellstraße in das Tal einzieht. Die Schäfer-Idylle bröselt, obwohl doch allen klar ist: „An dem Tag, an dem die Dummen verschwinden, werden die Klugen nichts mehr zu essen haben“. (Nora Moschüring, Katalogtext DOK.fest München)