Shirley - Visionen der Realität

Österreich 2013, Gustav Deutsch
mit Stephanie Cumming, Christoph Bach, Florentin Groll, Elfriede Irrall. Digital, 93 Min.

 

 

Gustav Deutsch erweckt in seinem außergewöhnlichen Kunstfilm SHIRLEY – VISIONEN DER REALITÄT 13 Gemälde von Edward Hopper zum Leben und erzählt die Geschichte einer Frau, die uns durch ihre Gedanken, Gefühle und Reflexionen eine Zeit der amerikanischen Geschichte betrachten lässt.

Shirley ist eine Frau im Amerika der 30er, 40er, 50er und frühen 60er Jahre, eine Frau, die in ihrem beruflichen und gesellschaftspolitischen Engagement den Lauf der Geschichte mitbestimmen möchte. Eine Frau, die die Wirklichkeit der Depressionsjahre, des Weltkriegs, der McCarthy-Ära, der Rassenkonflikte und Bürgerrechtsbewegungen nie als Gegebenheit ansieht, sondern als gemacht und veränderbar. Eine Frau, die als Schauspielerin mit der Inszenierung von Realität, mit der Darstellung von Wirklichkeit vertraut ist, die nicht in der Einzelkarriere und als Star ihre Zukunft und Bestimmung sieht, sondern als Mitglied eines Kollektivs gesellschaftliche Wirksamkeit des Theaters anstrebt. Eine Frau, die sich mit dem herrschenden Rollenbild einer Ehegattin nicht identifiziert und dennoch einen Lebenspartner haben möchte. Szenerien aus Hoppers Bildern wurden für den Film aufwendig im Studio nachgebaut, die Erzählung entfaltet sich fast nur über Shirleys innere Monologe.