Karl Valentin – Drei Kurzfilme

 

 

Der neue Schreibtisch

Karl Valentin, Deutschland 1914, 7 Min.

 

Orchesterprobe

Carl Lamac, Deutschland 1933

mit Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Josef Eichheim.   22 Min.

 

Der Firmling

Karl Valentin, Deutschland 1934

mit Karl Valentin, Liesl Karlstadt.   23 Min.

 

Noch vor Chaplin hat Karl Valentin begonnen mit dem ganz jungen Medium Film zu experimentieren. Er ist damit nicht nur ein Avantgardist unter den Komikern, sondern auch ein Pionier der Filmkunst. Obwohl er bald eine feste Größe der Münchner Kabarett-Szene war, faszinierten ihn die technischen Erneuerungen seiner Zeit, wie Radio oder Schallplatte, die er immer wieder in seinen Stücken thematisierte und für ihre Popularisierung nutzte. Sein optisches Erscheinungsbild und seine geradezu dialektische Sprachakrobatik machen Karl Valentin in mehr als einer Hinsicht zum Original. Im Rahmen der diesjährigen Karlsruher Museumsnacht stellen wir drei Beispiele seiner unverwechselbaren Kunst vor.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstand der kurze Stummfilm DER NEUE SCHREIBTISCH, in dem Valentin als Büroschreiber ein Stehpult tieferlegt. In mehreren seiner Filme trat er als Musikclown und virtuoser Solist auf. Besonders gelungen ist ihm das in ORCHESTERPROBE, in dem Valentin als Trompeter und Geiger die Nerven des Kapellmeisters strapaziert. Verkörpert wird dieser von Valentins kongenialer Partnerin Liesl Karlstadt. In dem zeitlosen Klassiker DER FIRMLING aus dem Jahr 1934 ist sie dann in einer weiteren Hosenrolle zu sehen. Sie spielt den Buben Pepperl, der mit seinem Vater ein vornehmes Weinlokal aufsucht, was die beiden normalerweise nicht tun. Emmentaler steht hier als Affentaler auf der Weinkarte. Na gut, aber wie soll man den Käse aus der Flasche kriegen?

 

Vorstellung im Garten des Prinz-Max-Palais