Sowjet-Splitter / Sowjet-Projektionen

 

 

Vortrag mit Filmbeispielen von Thomas Tode:

Anknüpfend an Michaela Meliáns Dekonstruktion des Theaterstücks „Fritz Bauer“ zeigt und kommentiert der Hamburger Filmwissenschaftler Thomas Tode Beispiele aus sowjetischen Filmen, die von den russischen Fantasien und Mythen über Deutschland handeln.


Der große Streik der Hamburger Hafenarbeiter 1896 hatte in zahlreichen Sowjetfilmen Spuren hinterlassen und das russische Bild vom „revolutionären Hamburg“ bestimmt, etwa in Wsewolod Pudowkins Streikepos DER DESERTEUR (1933). Erschütternde dokumentarische Armutsbilder aus Berlin, wie sie kein einziger Film der Weimarer Republik zeigt, sind in Jerofejws Deutschlandporträt ZUM GLÜCKLICHEN HAFEN (1930) zu sehen. Aber auch die Stoffe des Fritz-Bauer-Theaterstücks sind in zeitgenössischen Filmen zu finden: Etwa eine wunderbar gelebte, unaufgeräumte Proletarier-Einraumwohnung in Abram Rooms BETT UND SOFA (1926, siehe Abb.) und in Sergej Eisensteins nur noch als Fotofilm erhaltener BESHIN-WIESE (1936/37) geht es um einen parteitreuen jungen Pionier, der seinen antisowjetischen (Kulaken-)Vater verrät.

Im Anschluss an den Vortrag wird der Film DIE ZERRISSENEN STIEFEL gezeigt.

 

Kombiticket für Vortrag und Filmvorführung: 10,- Euro / 7,- Euro

 

In Zusammenarbeit mit dem Badischen Kunstverein anlässlich der Ausstellung Michaela Melian: IN A MIST (25.4. - 22.6.2014)