War Requiem

Großbritannien 1989, Derek Jarman
mit Tilda Swinton, Laurence Olivier, Nathaniel Parker, 92 Minuten, deutsche Untertitel.

 

 

Benjamin Brittens Oratorium wurde 1962 in der neugebauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt und erinnerte an die Zerstörung der Stadt durch deutsche Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Die Komposition verbindet den lateinischen Text der Totenmesse mit Gedichten des britischen Autors Wilfried Owen, der mit 25 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Regisseur Derek Jarman benutzt als Soundtrack für seinen Film die legendäre erste Studioeinspielung des „War Requiem“ unter Leitung des Komponisten, mit seinem Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, dem deutschen Bariton Dietrich Fischer-Dieskau und der russischen Sopranistin Galina Vishnevskaya. Der Film fügt der Musik mehrere Bildebenen hinzu. So entsteht eine poetische, mal zärtliche, dann wieder enorm brutale Collage mit dokumentarischen Kriegsbildern aus ganz unterschiedlichen Zeiten. Hinzu kommen inszenierte Aufnahmen unter anderem mit Tilda Swinton als Krankenschwester und Laurence Olivier, der hier als alter Soldat im Rollstuhl in seiner letzten Rolle zu sehen ist. Jarman ist eine ganz eigenständige filmische Umsetzung von Benjamin Brittens Komposition gelungen, die durch ihre surrealen und apokalyptischen Bildeinfälle besticht. Dabei bleibt der Film dem pazifistischen Geist des musikalischen Meisterwerks stets eng verbunden.