Die durch die Hölle gehen

The Deer Hunter
USA 1978, Michael Cimino
mit Robert De Niro, Meryl Streep, Christopher Walken, John Savage, 182 Minuten, deutsche Untertitel.

 

 

Es hat einige Jahre gedauert bis sich große Hollywood-Produktionen an das Thema Vietnam-Krieg wagten. Die tiefe Verunsicherung, die dieser Krieg in der amerikanischen Gesellschaft hervorrief, dürfte einer der Gründe dafür gewesen sein. Michael Ciminos Film von 1978 zählt zu den überzeugenden Filmen, die die Traumatisierung einer ganzen Generation junger Männer durch diesen Krieg thematisieren. Dabei ist sein Film im Grunde so unpolitisch wie seine Protagonisten, was einen Eklat bei der Premiere im Wettbewerb der Berlinale 1979 aber nicht verhindern konnte. Die Delegation der UdSSR warf dem Film vor, einseitig die Brutalität des Vietcongs zu zeigen, und verließ unter Protest das Festival vorzeitig. Eine Kritik, die am eigentlichen Kern des Films allerdings vorbeiging.

Einige Freunde, die in einem beschaulichen Stahlarbeiter-Städtchen in Pennsylvania aufgewachsen sind, werden zum Krieg nach Vietnam eingezogen. Zuvor schildert der Film aber sehr detailreich ihren Alltag, ihre Arbeit und ihre gelegentlichen Jagdausflüge und Saufgelage. Der plötzliche Einschnitt in ihr Leben durch den Kriegseinsatz in Fernost könnte nicht brutaler sein. Die Erlebnisse in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft verändern die Männer schließlich nachhaltig. Im letzten Drittel schildert der Film ihre hilflosen Versuche, Vietnam zu überwinden und in ein ziviles Leben zurückzufinden. Ciminos bildgewaltige Inszenierung und ein ganzes Ensemble hochkarätiger Darsteller verleihen dem Film bis heute eine unmittelbare Wucht und Glaubwürdigkeit.

 

Eintritt 7.- € / 5,50 € ermäßigt