Zwölf Stühle

Deutschland 2004, Ulrike Ottinger, 198 Min.
35mm, dt.Untertitel

 

 

Auf dem Sterbebett vertraut eine russische Aristokratin ihrem Schwiegersohn ein streng gehütetes Geheimnis an. In einem der zwölf Stühle ihrer alten, nach der Revolution enteigneten Salongarnitur hatte sie ihren wertvollen Juwelenschmuck versteckt. Ihr Schwiegersohn, der als Standesbeamter in einem Provinznest sein Leben fristet, begibt sich unverzüglich auf die Suche. Die Stühle sind inzwischen im ganzen Land verstreut. Schon auf der ersten Station heftet sich ein gewitzter Gauner an seine Fersen, der die Jagd nach den Brillanten energisch an sich reißt. Eine tolle Reise beginnt von Nord nach Süd und von West nach Ost, zu Wasser und zu Lande, vom Dorf in die Metropole.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow verknüpft der Film in spektakulärer Weise die Dramaturgie einer Schatzsuche und Verfolgungsjagd mit einer dichten Bilderwelt von Personen und Orten. Er erzählt zugleich von gestern und heute, von der Realität der Menschen in den GUS-Staaten und vom Allgemeinmenschlichen unseres eigenen Handelns. Große gesellschaftliche Utopie vermischt sich so mit der individuellen Hoffnung auf das ganz persönliche Glück. ZWÖLF STÜHLE gelingt es, eine witzige, tragische und humane Welt zu zeigen: Sie ist immer zugleich großer Entwurf und zusammengeflickte Existenz.