Göttliche Lage

Deutschland 2014, Ulrike Franke/Michael Loeken
mit Ursula Klischan, Heinz Hüppe, Ludger Schürholz, Frank A. Kirsch. Digital, 100 Min.

 

 

Im Jahr 2001wurde das Stahlwerksgelände Phoenix-Ost in Dortmund-Hörde stillgelegt, um einem Villenviertel mit künstlich angelegtem See zu weichen. Vier Jahre später begannen die Bauarbeiten für dieses ehrgeizige Vorhaben, welches die Strukturen des Stadtteils, das vorwiegend von Arbeitern und Familien mit Migrationshintergrund bewohnt war,  ignorierte und eine drastische Gentrifizierung zur Folge hatte. Die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken haben den Prozess von der Planung bis hin zur Realisation mit der Kamera begleitet und dokumentieren dies in ihrem Film GÖTTLICHE LAGE, in dem sie sowohl die engagierte Projektplanerin als auch die türkische Kiosk-Besitzerin, den Vorsitzenden des Heimatvereins oder den Kontaktbereichsbeamten der Polizei zu Wort kommen lassen. Göttliche Lage ist eine zurückhaltende Langzeitdokumentation, der man eine leise Ironie entnehmen kann, ohne dass ein endgültiges Urteil gefällt wird. Seit über zehn Jahren drehen Franke und Loeken Filme über das Ruhrgebiet und sind immer wieder von den Geschichten der Menschen in dieser von gigantischen Veränderungen geprägten Landschaft fasziniert. Der Film ist der dritte Teil einer Trilogie über den Strukturwandel im Ruhrgebiet, der sinnlich erfahrbar macht, was Gentrifizierung für die betroffenen Menschen und das Zusammenleben in den Städten bedeutet.