Moskauer Prozesse

Deutschland 2013, Milo Rau
Digital, 86 Min., deutsche Untertitel.

 

 

Milo Rau stellt im Sacharow-Zentrum in Moskau die spektulärsten politischen Prozesse Russlands aus den letzten Jahren nach. Ohne Textvorlage und ohne Regieanweisungen werden sie aus dem realen Leben ins Theater geholt und von den jeweiligen Zeitzeugen und Prozessbeteiligten selbst inszeniert. Die MOSKAUER PROZESSE sind ein Theaterstück in drei Tagen und stellen die Gerichtsprozesse um die verbotenen Ausstellungen „Vorsicht Religion“ (2003), „Verbotene Kunst“ (2007) und den 2012 geführten Pussy-Riot-Prozess nach. Der Schweizer Regisseur macht sich schon seit längerer Zeit als Erneuerer des Dokumentartheaters einen Namen. „Ich glaube, dass Theater hier eine Realität ermöglicht, die es eigentlich nicht gibt“, sagt Rau, „die gewissermaßen surreal ist, weil hier eine Situation geschaffen wird, in der Opponenten einer Gesellschaft, die in komplett anderen Lagern leben und sich bekriegen, sich zusammenfinden und das auf der Bühne aushandeln.“