Landstück

Deutschland 2016, Volker Koepp
Digital, 122 Min

 

 

Die uckermärkische Endmoränenlandschaft beschäftigt Volker Koepp seit Jahrzehnten. Nach dem sozio-historisch angelegten Film Uckermark widmet er sich in Landstück noch intensiver den Sinneserfahrungen der dünn besiedelten, ökologisch umso interessanteren Region zwischen Berlin und Ostsee. Vom Wind gekräuseltes Sumpfwasser, wogende Baumgipfel und Getreideäcker sind hier Aufforderungen, den Blick auf die Essenz dieses Landstrichs zu richten. Wenn Menschen, die hier leben oder die Gegend besuchen, von Luzernefeldern schwärmen, die die Versteppung des Bodens aufhalten, aber von konventioneller Landwirtschaft bedroht sind, wenn sie in einer Wiese vom Aussterben bedrohte Kleinackerwildkräuter identifizieren oder wilden Rapunzel kosten, dann wird der Film zum Loblied derer, die Widerstand leisten gegen die Industrialisierung des Ackerbaus und die Zerstörung einer Kulturlandschaft. Ob sie zu den zehn Prozent Biobauern gehören, Bienen züchten oder als Neubewohner eines vor 50 Jahren errichteten Plattenbaus gebannt aus dem Fenster blicken – der Respekt vor der Natur eint die sonst so verschiedenen Nachbarn, die Volker Koepp in seinem Film porträtiert. (nach: Christoph Terhechte, Forum 2016)