Cinema: A Public Affair

Deutschland 2015, Tatiana Brandrup
Digital, 100 Min., Russisch/Deutsch/dt.UT

 

 

„Ein Film beginnt, wenn er zu Ende ist. Er beginnt in Gesprächen, im Austausch der Meinungen. Da kristallisiert sich der Traum, den wir gerade gesehen haben. Und in dieser seelischen Arbeit wirst du ein bisschen besser, freier und offener.“ (Naum Kleiman).

Was können Filme, was kann Kino im günstigsten Fall bewirken? Antworten auf diese komplexe Frage weiß kaum jemand so schön und klug zu formulieren wie Naum Kleiman. Der russische Filmhistoriker, Leiter des legendären Eisenstein-Archivs, war Direktor des 2005 geschlossenen Moskauer „Musey Kino“, das 16 Jahre lang neben einem anspruchsvollen Film- und Ausstellungsprogramm einen offenen Ort für künstlerische und intellektuelle Diskussionen bot. Seit seiner Schließung sind die Filme und Sammlungen der Cinemathek auf dem Gelände des Mosfilm-Studios eingelagert. Das „Musey Kino“ - Kleiman und der Freundeskreis des Museums - arbeitete trotzdem weiter, im Exil, gegen alle Widerstände, mit Mut und unerschütterlichem Optimismus. Der Film rekonstruiert die Ereignisse bis zum Sommer 2014, als Kleiman auf skandalöse Weise abgesetzt wurde. In ihrem Porträt über ihn erzählt Tatiana Brandrup von der Kraft des Kinos und setzt dem Moskauer Filmmuseum ein Denkmal.