Der lachende Mann

DDR 1966, Walter Heynowski/Gerhard Scheumann
35mm, 65 Min.

 

 

Ein Dokument, das auf Jahre hinaus seinen Wert behält als ein seltenes psychologisches Porträt eines Mannes, der sich jenseits aller Grenzen der Moral befindet. Man kann sagen: das ist der gewöhnliche Faschismus heute (...) Über eine Stunde sieht man auf dem Bildschirm die Aufnahme eines Mannes. Dieser Mann ist ein Mörder, ein Söldner aus Tschombés Gefolge, bekannt unter dem Namen „Kongo-Müller“. Mitarbeiter des Fernsehens der DDR nahmen ihn sich vor und interviewten ihn, wobei er sich allmählich betrank. Im Bild ist nur die Großaufnahme Müllers (...) Die Fragen werden außerhalb des Bildes gestellt - die Antworten dagegen im Bild gegeben. Diese Stunde mit dem lächelnden Ungeheuer allein hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck. Das ist reines Fernsehen, absolutes Fernsehen - das, was bis zum Erscheinen des Fernsehens unmöglich war. Das ist eine neue Ästhetik, wenn sich ein so hoher Begriff mit einem so niedrigen Beobachtungsobjekt, wie Müller, verbinden lässt. (Michail Romm in: Wilhelm Roth, Der Dokumentarfilm seit 1960, u.a.)


Für die Bereitstellung der Kopie danken wir dem Deutschen Rundfunkarchiv Babelsberg.