Meine Nacht bei Maud

Ma nuit chez Maud
Frankreich 1969, Eric Rohmer, 110 Min.
Digital, dt.Untertitel

 

 

Eric Rohmer dreht 1969 in der Beschaulichkeit der französischen Provinz sein moralistisch-privates Meisterstück MA NUIT CHEZ MAUD, eine unprätentiöse, feinsinnige und gescheite Komödie wie aus vorkinematografischen Zeiten.

Als Katholik begegnet der Held seiner goldhaarigen Françoise während der Messe. Doch er lernt andererseits auch die dunkle Agnostikerin Maud kennen, die ihn um ein Haar zwischen die Laken kriegt. Um seine angebetete Françoise zu gewinnen, schwindelt er ihr vor, jener verlockenden Brünetten erlegen zu sein, was die Entscheidung der zögernden Blondine auf fast wundersame Weise beschleunigt. Fünf Jahre später, nachdem er mit dieser eine Familie gegründet hat, begreift der Held, als er Maud zufällig wieder begegnet, dass es zwischen den beiden Frauen eine Verbindung gab, die ihm die ganze Zeit über verborgen geblieben ist...

Was so exakt, sogar geometrisch angelegt scheint, gewinnt in der schlicht-eleganten Inszenierung durch den kultiviertesten aller Filmregisseure der Welt etwas unwiederholbar Leichtes und Spontanes, eine unaufdringliche Ironie, die Rohmer in seinen späteren Filmen oft wieder gesucht, aber nur da und dort wiedergefunden hat. (nach: Pierre Lachat in ZOOM 2/1995)