Two Generators

Kanada 1984, Rodney Graham

 

 

Rodney Graham wurde 1949 in Vancouver, Kanada geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine oft ironisch humorvollen Arbeiten untersuchen Rollenbilder in Populärkultur und Film, die Rolle des Künstlers im Wandel der Zeit, Alltags-phänomene und Sprache. Sein facettenreiches, referenzielles Werk entfaltet er in Fotografie, Film und anderen Medien.

TWO GENERATORS (1984) ist Grahams erste filmische Arbeit. Gedreht bei Nacht und in schwarzweiß, zeigt der Film einen kleinen Fluss nahe Vancouver, beleuchtet durch von zwei Dieselgeneratoren angetriebene Lichter. Während sich das Dröhnen der Generatoren mit dem des rauschenden Flusses überlagert, sieht der Zuschauer das erleuchtete Stück Wasseroberfläche vor dem Hintergrund einer entfernten Berglandschaft. Die Dauer des Films - viereinhalb Minuten - ist durch die Länge einer einzelnen 35mm Filmrolle vorgegeben. Das von Graham gewählte Präsentationsformat reflektiert die formalen Konventionen des Kinos; ein Filmvorführer dimmt das Licht im Saal, öffnet den Vorhang und startet den kurzen Film, bis am Ende nur noch das Licht des Projektors die Leinwand erhellt. Der Vorhang wird geschlossen, das Licht wieder angemacht, der Film zurückgespult und der gesamte Vorgang wiederholt.

Aus der aktuellen Version wurden die Vorhänge gestrichen, eine formale Anspielung auf das Verschwinden dieser Tradition aus den heutigen Multiplex Kinos.

Grahams Two Generators ist ein Kondensat, eine Hommage und ein Nachsinnen auf die Grundelemente des modernen Kinos. Der Künstler Jeff Wall fasst zusammen: „Diesen Film zu sehen, ist, wie über eine lange Zeitspanne hinweg die Institution Kino in ihrer Funktionsweise zu beobachten.“ (Into the Forest: Two Sketches for Studies of Rodney Graham’s Work, in Rodney Graham: Works 1976-88)


Eintritt frei

 

In Zusammenarbeit mit dem Badischen Kunstverein anlässlich der Ausstellung „Conti-nental Drift. Konzeptkunst in Kanada. Die 1960er und 70er Jahre“ (19.4.- 8.9.2013).