Les Sauteurs

DK 2016, M. Siebert/E. Wagner/Abou Bakar Sidibé
Digital, 79 Min., Französisch, Bambara/dt.UT

 

 

Vom Berg Gurugu blickt man auf die spanische Enklave Melilla an der afrikanischen Mittelmeerküste. Afrika und die Europäische Union werden hier durch eine hochgesicherte Grenzanlage, bestehend aus drei Zäunen, voneinander getrennt. In den Wäldern des Bergausläufers leben Geflüchtete, überwiegend Männer aus der Subsahara-Region, die versuchen, diese direkte Landesgrenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren. Der Malier Abou Bakar Sidibé, zugleich Protagonist und Dokumentierender, ist einer von ihnen. Bei einer Begegnung mit Moritz Siebert und Estephan Wagner wird ihm die Kamera übergeben. Nach 14 Monaten im informellen Camp und mehreren gescheiterten Versuchen die Grenzanlage zu überwinden, beginnt er zu filmen - seinen Alltag, die Umgebung, das zermürbende Warten auf den nächsten „Sprung“. Er gibt Einblick in die soziale Organisation der Community und den tristen Ausblick auf das vermeintliche Eldorado Europa. Im Gegenschnitt zu den individuellen Aufnahmen Sidibés sieht man immer wieder das maschinell erstellte Wärmebild der Überwachungskamera, das Menschen auf kleine bewegliche Punkte reduziert und so den Blick Europas auf die „Sauteurs“ repräsentiert. (nach: Caroline Pitzen, Forum 2016)

 

Zur Vorstellung ist der Filmemacher Abou Bakar Sidibé zu Gast und steht im Anschluss zum Gespräch zur Verfügung.

Moderation: Catherine Devaux, amnesty international Karlsruhe.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Karlsruher Flüchtlingshilfsorganisationen und dem Kulturamt/Kulturbüro der Stadt Karlsruhe.