Concussion

USA 2012, Stacie Passon
Digital, dt. Untertitel, 93 Min.

 

 

Abby lebt in einem aufgeräumten Vorort von New York, ist 42 Jahre alt, lesbisch, verheiratet, gut situiert und hat mit ihrer Frau Kate zwei Kinder – ein echtes Familienidyll. Von außen betrachtet hat sie alles richtig gemacht. Ihr Alltag ist perfekt arrangiert und besteht aus Fitnesscenter, Haushalt, Familie und Schule. Als eines ihrer Kinder sie unabsichtlich mit einem Baseball am Kopf verletzt und sie eine Gehirnerschütterung erleidet, gerät alles durcheinander. Sie bricht aus ihrem eingefahrenen, unbefriedigten Leben aus. Zunächst beginnt sie, zusammen mit ihrem Freund Justin ein Loft in New York City zu renovieren. Um sich sexuell auszuleben, trifft sie sich mehrmals mit Prostituierten und beschließt daraufhin, unter dem Namen Eleanor selbst als Edelprostituierte zu arbeiten. Natürlich nur für Frauen. Ein heimliches Doppelleben beginnt. Durch die atemberaubenden Veränderungen in ihrem Leben blüht Abby auf und fühlt sich so stark wie nie zuvor.

Stacie Passons erster Spielfilm, eine Emanzipationsgeschichte der besonderen Art, wurde von Rose Troche, der Regisseurin des lesbischen Klassikers GO FISH aus dem Jahr 1994, produziert. Er gewann auf der Berlinale 2013 beim Teddy Award den Spezialpreis der Jury.

Da sich CONCUSSION bewusst einer moralischen Beurteilung verwehrt, gelingt es dem Film einerseits die Werte einer modernen Regenbogenfamilie hochzuhalten und anderseits deren Mitglieder von konventionellen Erwartungen zu befreien. (Begründung der Teddy-Jury)